Für Frieden und Gerechtigkeit in der Klimakrise

Die Klimakrise ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Auswirkungen auf Mensch und Natur, auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik werden vielerorts gravierend sein, so dass Konflikte programmiert sind. Dort, wo es ohnehin schon brennt, kann der Klimawandel zum Brandbeschleuniger werden. Doch nicht die Konflikte sind das Problem, sondern die Art damit umzugehen. Auf dem Weg durch die Klimakrise hilft Zivile Konfliktbearbeitung dabei, die Weichen frühzeitig auf Kooperation zu stellen.

Zunächst es ist wichtig, dass bestehende Konflikte bearbeitet oder gemeinsam Perspektiven für bessere Lebensumstände geschaffen werden. Dialog, Zusammenarbeit und Maßnahmen zum Klimaschutz haben sonst kaum eine Chance. Zivile Konfliktbearbeitung dient dazu, diese Prozesse gewaltfrei und konstruktiv zu gestalten. Sie bringt Konfliktparteien an einen Tisch und sucht einen tragfähigen Interessenausgleich. In einer Krise liefert sie die Voraussetzungen dafür, dass Annäherung und Kooperation gelingen. Sie legt somit einen Grundstein für die gemeinsame, gerechte und friedliche Bewältigung der Klimakrise.

Zur besseren Orientierung im HUB Frieden verbessert das Klima finden Sie hier eine Übersicht. Weiter unten können Sie die Inhalte des Hubs nach Medientyp oder nach Thema filtern.

Zu Gast im ZFD-Podcast: Angelika Claußen & Bernhard Trautvetter

In der 4. Folge der Klima-Edition des GIZ/ZFD-Podcasts „Jetzt mal ganz friedlich“ geht es um den Beitrag des Militärs zur Klimakrise. Neben erschütternden Fakten und düsteren Prognosen bekommt auch die Hoffnung ihren Platz im Gespräch mit den beiden Gästen Dr. Angelika Claußen (IPPNW) und Bernhard Trautvetter (Essener Friedensforum). Beide engagieren sich seit Jahrzehnten für Frieden und Umwelt.

Gastbeitrag HIIK: Klima und Konflikt erforschen

Die Klimakrise verschärft bestehende Konflikte. Darin ist sich die Wissenschaft einig. Aber wie lassen sich die Zusammenhänge zwischen Klima und Konflikt wissenschaftlich genauer ergründen? Die Herausforderungen und Methoden beleuchten Mayely Müller, Maximilian Brien und Thomas Cranshaw vom Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK). Mit konkreten Ideen regen sie zum Ausbau eines wichtigen Zweigs der Konfliktforschung an.

Gastbeitrag: Umwelt, Militär und Krieg

Kriege und Konflikte belasten nicht nur das Klima zwischen Menschen, sondern auch die Umwelt. Das Militär ist einer der größten institutionellen Emittenten von schädlichen Klimagasen. Kriege und gewaltsame Konflikte sind für massive Umweltschäden verantwortlich. Prof. Dr. Klaus Moegling erläutert in seinem Beitrag die drastischen Auswirkungen von Krieg und Militär auf die Umwelt und den Klimawandel.

Forderung des ZFD zur COP26: Konfliktbearbeitung ausbauen

Vom 31.10.21 bis zum 12.11.21 findet die UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow statt. Zu diesem Anlass weist das Konsortium Ziviler Friedensdienst auf das zunehmende Konfliktpotenzial in der Klimakrise hin. Das Konsortium ZFD appelliert an die internationale Politik und in Deutschland an die verhandelnden Parteien zur Bildung einer neuen Bundesregierung, Maßnahmen Ziviler Konfliktbearbeitung deutlich auszubauen.

Sudan: Friedensgespräche in Zeiten des Klimawandels

Die Verknappung von Acker- und Weideland infolge des Klimawandels befeuert im Sudan zunehmend Konflikte. In der Provinz West Kurdufan arbeitet ZFD-Partner Bana Group mit den Beteiligten an einem Abkommen zur Beilegung der Konflikte. „Wir müssen eine friedliche Koexistenz zwischen Nubierinnen und Nubiern und Araberinnen und Arabern fördern, wenn wir hier überleben wollen“, sagt Saida Mohamed Hussien. Das Projekt hat Modellcharakter für das ganze Land.

Zu Gast im ZFD-Podcast: Elise Kopper & Jan Burck

In der 3. Folge der Klima-Edition des GIZ/ZFD-Podcasts „Jetzt mal ganz friedlich“ sind Elise Kopper und Jan Burck zu Gast. Beide engagieren sich seit vielen Jahren in der Zivilgesellschaft, Kopper beim Frauennetzwerk für Frieden, Burck bei Germanwatch. Gemeinsam werfen sie einen Blick auf die Entstehung der Klima- und Friedensbewegungen und zeigen verbindende Elemente und gemeinsame Anliegen auf.

Globales Netz für Klimagerechtigkeit

Im Kampf für mehr Klimagerechtigkeit und Frieden haben der globale Norden und Süden etwas gemeinsam: Sie sind voneinander abhängig. Daher sollten sie sich stärker zusammentun. Veränderungen sind nur durch globale Solidarität zu erreichen. Dafür setzt sich auch der Zivile Friedensdienst ein, zum Beispiel durch die Begleitung von Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern und Umweltaktivistinnen und -aktivisten in Lateinamerika.

Linkliste zum ZFD-Hub

Wenn von Klima und Konflikt die Rede ist, dominiert schnell die Sorge um Sicherheit die Debatte. Dabei sollte eher der Gedanke an Kooperation im Fokus stehen. Unsere kommentierte Linkliste bietet einen umfassenden Überblick über das bisher vernachlässigte Thema „Klimakrise und Frieden“. Die verlinkten Akteurinnen und Akteure, Portale, Artikel, Studien, Podcasts und Datenbanken können nach Interessengebieten und Materialtypen sortiert werden. Gleichzeitig sind sämtliche Quellen des Hubs verzeichnet.

Klima – Kooperation

Der Klimawandel wird vielerorts Konflikte verschärfen oder neu schüren. Damit sie friedlich geregelt werden können, braucht es Kooperation. Zivile Konfliktbearbeitung schafft Perspektiven und Raum für Annäherung, Dialog und Vermittlung. Auf dieser Basis weist sie den Weg zur Kooperation. Dafür machen sich auch die Partner und Fachkräfte des Zivilen Friedensdienstes in mehr als 40 Ländern stark.

Klima – Konflikt

Die Klimakrise führt zu mehr Konflikten, aber nicht zwangsläufig zu mehr Konfrontation. Die Art des Umgangs mit Konflikten entscheidet, ob es zu Konfrontation oder Kooperation kommt. Wie Klimakrise und Konflikt zusammenhängen, erfahren Sie in diesem Abschnitt. Dabei wirken nicht nur die Folgen des Klimawandels als Konfliktverschärfer. Auch gut gemeinte Konzepte zum Klimaschutz können Konflikte anheizen, wenn sie nicht zu Ende gedacht sind.

Klima – Gerechtigkeit

Die Erde ist am Limit. Wir leben weit über unsere Verhältnisse. Das hat Konsequenzen. Eine davon ist der Klimawandel. Seine ökologischen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Folgen bedrohen viele Menschen in ihrer Existenz. Dabei sind einige stärker betroffen als andere. Die Klimakrise zementiert bestehende Ungerechtigkeiten. Hier erhalten Sie eine Auswahl an Informationen zu Klimawandel und Klimagerechtigkeit aus unterschiedlichen Quellen.

Klima – Hotspots

Nicht alle Länder sind gleichermaßen von den Folgen des Klimawandels betroffen. Arme und fragile Staaten werden darunter am meisten leiden. Dort, wo das Leben schon jetzt von Instabilität und Krisen geprägt ist, besteht die Gefahr, dass Spannungen zunehmen. Viele Partnerländer des ZFD trifft der Klimawandel hart. Welche Länder und Regionen besonders betroffen sind, erfahren Sie hier.

Zu Gast im ZFD-Podcast: Rebecca Froese

Seit Februar 2020 betreibt ZFD-Träger GIZ den Podcast: „Jetzt mal ganz friedlich“. Vier Folgen werden das Thema Klima und Frieden in diesem Jahr mit Gästen aus Forschung und Praxis aufgreifen. Den Auftakt macht Rebecca Froese von der Friedensakademie Rheinland-Pfalz. Dort forscht sie zu Umwelt- und Ressourcenkonflikten im Kontext Klimawandel. Jule Koch und Sebastian Niesar, beide ehemalige ZFD-Fachkräfte, sprechen mit ihr darüber, wie Frieden das Klima verbessert.

ZFD im Interview: Klima braucht Frieden

„Kooperation und Dialog sind die Grundvoraussetzungen dafür, die Klimakrise zu bewältigen“, fasst Anja Petz die Relevanz Ziviler Konfliktbearbeitung in Zeiten des Klimawandels zusammen. Petz ist Sprecherin des Konsortiums Ziviler Friedensdienst. Zusammen mit Sprecher Martin Vehrenberg erläutert sie im Interview, warum der ZFD einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise leistet.

Honduras: Klimaschutz konfliktsensibel machen

Erneuerbare Energien zur Begrenzung des Klimawandels stehen in Honduras ganz oben auf der Tagesordnung. Die Regierung förderte zahlreiche Projekte, 2018 wurden bereits 66 Prozent der Energie aus regenerativen Quellen erzeugt. Aber nicht alle profitieren von dieser Entwicklung. Oft werden die Maßnahmen ohne Rücksicht auf Mensch und Natur umgesetzt. Ein Videoclip zeigt, was das bedeutet und wie wichtig konfliktsensible und partizipative Maßnahmen sind, damit nicht zusätzliche Schäden und Konflikte entstehen.

Niger: Ressourcenkonflikte im Dialog lösen

Im Süden Nigers sind viele Menschen von klimasensitiven Einkommensquellen wie Landwirtschaft und mobiler Viehhaltung abhängig. Schon heute erschwert der Klimawandel das Leben in der Region. Regenphasen verändern sich und Wasserquellen versiegen. Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen verschärfen sich. ZFD-Fachkraft Nina Nick beschreibt, wie der ZFD in dieser Situation gemeinsam mit allen Beteiligten Wege für ein friedliches Zusammenleben sucht.

Uganda: Dem Klimwandel auf der Spur

ZFD-Koordinator Stefan Friedrichsen schildert eine Dienstreise in den Osten Ugandas. Der Klimawandel ist dort schon spürbar. Regen- und Trockenzeiten sind kaum noch vorhersehbar. Das bedroht die existenziell wichtige Viehzucht und den Ackerbau. Das schnelle Bevölkerungswachstum verstärkt den Druck auf schwindende Ressourcen. Was können der ZFD und seine Partner tun, um die Menschen angesichts der Herausforderungen zu unterstützen?

Kenia: Studie zu Klima + Ressourcenkonflikten

Ein Schwerpunkt in der Arbeit des ZFD in Kenia ist ohnehin schon die Bearbeitung von Ressourcenkonflikten. Eine Studie soll nun klären, wie sich die Folgen des Klimawandels auf die Lebenssituation besonders verwundbarer Gruppen wie Frauen, Jugendliche und Kinder auswirken, und wie dies in die Friedensarbeit einbezogen werden kann.

Aus Forschung und Praxis

Der Klimawandel ist aus Sicht der Forschung selten eine direkte Konfliktursache. Die Zusammenhänge sind weder einfach, noch linear. Hier finden Sie Beiträge von Expertinnen und erfahrenen Praktikern. Zudem sind relevante Publikationen der jüngsten Zeit gelistet, wie z.B. die Studie vom Beirat der Bundesregierung Zivile Krisenprävention und Friedensförderung von Januar 2021. Das Konsortium ZFD ist Mitglied im 20-köpfigen Beirat.

Artikel: Klimawandel als Konflikttreiber

Dieser Grundlagenartikel von Konfliktforscher Lukas Rüttinger (adelphi) geht systematisch und verständlich der Frage nach, wie, wo und warum der Klimawandel als Konfliktverschärfer wirkt. Der Artikel ist ursprünglich auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erschienen. Ende 2020 hat der Diplom-Politologe seinen Artikel auf den aktuellsten Stand gebracht. Über den folgenden Link können Sie den Text mit freundlicher Genehmigung des Autors und der bpb einsehen.

Zu Gast im ZFD-Podcast: Nina Nick & Noé Müller-Rowold

Was bedeutet der Klimawandel für die Friedensarbeit in der Sahelzone? Am Beispiel Niger geben Nina Nick und Noé Müller-Rowold spannende Einblicke in die Herausforderungen vor Ort. Sie sind zu Gast im GIZ-/ZFD-Podcast „Jetzt mal ganz friedlich“. Im Gespräch mit den Podcast-Hosts Jule Koch und Sebastian Niesar werden die ersten Ergebnisse eines wegweisenden Pilotprojekts vorgestellt, das Klima- und Friedensarbeit miteinander verzahnt.  

Aus dem ZFD: Alle ZFD-Inhalte des Klima-Hubs

Zivile Konfliktbearbeitung stellt die Weichen in einer Krise auf Kooperation - auch in Zeiten des Klimawandels. Was Zivile Konfliktbearbeitung leisten und wie die Verzahnung von Klima- und Friedensarbeit gelingen kann, zeigen in diesem Abschnitt sukzessive Beiträge und Praxisbeispiele aus der Arbeit des Zivilen Friedensdienstes und seiner Partner aus aller Welt.

Fotos: Header: © Tim Bunke/Weltfriedensdienst e.V.; Teaser: Portrait Dr. Angelika Claußen: IPPNW; Portrait Bernhard Trautvetter: privat; HIIK-Beitrag: Jörg Boethling; Moegling-Beitrag: DOD Photo/Alamy Stock Foto; Portrait Elise Kopper: Netzwerk Friedenskooperative; Portrait Jan Burck: Germanwatch; Portraits Nina Nick & Noé Müller-Rowold: GIZ/ZFD; Portrait Rebecca Froese: Hiller; Linkliste: Julious Piti/PORET/Weltfriedensdienst e.V.; Windrad: FJavier GómezL/Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; alle anderen: siehe Einzelnachweise zu den Bildern (Folgeseiten unten).