Hub »Frieden verbessert das Klima«

zeigt Wege aus der sozial-ökologischen Krise

Derzeit tagt die UN-Biodiversitätskonferenz. Sie wird überschattet von den enttäuschenden Ergebnissen der jüngsten Weltklimakonferenz. Was das eine mit dem anderen zu tun hat, und wie der ZFD-Hub „Frieden verbessert das Klima“ hier ins Spiel kommt, zeigt unser Beitrag mit Überblick über die Hub-Highlights.

Vielfalt verbessert das Klima

Biodiversität und Klima sind eng miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Der Klimawandel ist eine der größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt. Deren Verlust wiederum feuert den Klimawandel weiter an. In Sachen Klimaschutz und Begrenzung des Klimawandels hat die jüngste Weltklimakonferenz im November 2022 erschreckend wenig gebracht. Davon wird auch die UN-Biodiversitätskonferenz überschattet, die vom 7. bis 19. Dezember 2022 im kanadischen Montreal stattfindet.

Sowohl Klimawandel, als auch Verlust der biologischen Vielfalt gefährden weltweit die Lebensgrundlagen von vielen Millionen Menschen. Konflikte sind folglich unvermeidbar. Bemühungen für Umwelt und Klima müssen daher mit Maßnahmen für Gerechtigkeit und Frieden verknüpft werden, damit Konflikte nicht in Gewalt münden. Dies zu verdeutlichen und zugleich Wege der Umsetzung aufzuzeigen, ist das Ziel des Hubs „Frieden verbessert das Klima“, den der Zivile Friedensdienst im Juni 2021 auf den Weg gebracht hat.

Frieden verbessert das Klima

Umwelt-, Klima- und Friedensarbeit müssen verzahnt werden, weil die dreifach planetare Krise aus Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt und Umweltverschmutzung, nicht nur ein ökologisches Problem ist. Die Auswirkungen sind derart gravierend, dass diese ökologische auch eine soziale Krise ist, die sich zunehmend verschärft. Um die immensen Herausforderungen dieser globalen sozial-ökologischen Krise zu bewältigen, braucht es zuvorderst Kooperation.

Der Hub Frieden verbessert das Klima zeigt auf, wie zivile Konfliktbearbeitung dazu beiträgt, den Boden für Dialog und Kooperation zu bereiten. Unter den bislang 36 Beiträgen finden sich neben Einschätzungen von Expertinnen und Forschern Einblicke von ZFD-Partner und Fachkräften in ihre Arbeit vor Ort. Zahlreiche Links zu zentralen Seiten und Institutionen der Klimadebatte ermöglichen darüber hinaus eine vertiefende Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis. Im Folgenden werden empfehlenswerte Hub-Beiträge gebündelt, die Antworten geben auf die Fragen,

  • wie Klimakrise und Konflikte zusammenhängen,
  • warum die Klimakrise auch eine Gerechtigkeitskrise ist,
  • wie das Konfliktpotential positiv gedreht werden kann
  • und wie Umwelt-, Klima- und Friedensarbeit verknüpft werden können.

Unten finden Sie außerdem unser Bonusmaterial zum Hub „Frieden verbessert das Klima“: das Quiz, den Clip und den Infopool Klima und Frieden, der mit mehr als 130 Einträgen einen umfassenden Wissensschatz zum bisher vernachlässigten Thema „Klimakrise und Frieden“ bereithält. Mehr über die UN-Biodiversitätskonferenz und die Verknüpfungen zwischen Klima und Biodiversität erfahren Sie hier.

Wieso Kooperation der Schlüssel zur Bewältigung der Klimakrise ist und wie sie erreicht werden kann, wird auf der Hub-Infoseite KLIMA + KOOPERATION beantwortet. Weitere Argumente liefern folgende Hub-Beiträge:

Interview: ZFD zur Klimakrise

„Kooperation und Dialog sind die Grundvoraussetzungen dafür, die Klimakrise zu bewältigen“, sagt Anja Petz, Sprecherin des Konsortiums ZFD, im Interview. Zusammen mit Co-Sprecher Martin Vehrenberg erläutert sie, was der ZFD in der Klimakrise leisten kann.

Projektbeispiel Sudan

Die Verknappung von Acker- und Weideland infolge des Klimawandels befeuert im Sudan zunehmend Konflikte. In West Kurdufan arbeitet ZFD-Partner Bana Group mit den Beteiligten an der Beilegung der Konflikte. Das Projekt hat Modellcharakter für das ganze Land.

Projektbeispiel Kenia

Kenia ist seit jeher von Trockenheit geprägt. Vielerorts verschärft die Klimakrise die Lage. Konflikte kommen auf. Die Organisationen IPL und IMPACT machen sich mit dem ZFD für Dialog und Kooperation, Umweltschutz und Anpassung an den Klimawandel stark.

Wieso Environmental Peacebuilding das Konzept der Stunde ist, und was es damit auf sich hat, erfahren Sie vor allem in folgenden Hub-Beiträgen:

Podcast: Rebecca Froese

Rebecca Froese forscht an der Friedensakademie Rheinland-Pfalz zu Umwelt- und Ressourcenkonflikten im Kontext Klimawandel. Im GIZ-ZFD-Podcast „Jetzt mal ganz friedlich“ verdeutlicht sie, warum die Verknüpfung von Umwelt- und Friedensarbeit Sinn macht und wie sie funktioniert.

Projektbeispiel Bolivien

In Bolivien werden bestehende Ressourcen- und Umweltkonflikte durch den Klimawandel verschärft. Dieser Herausforderung begegnet die Uni Núr mit ihrem Studiengang zum friedlichen Umgang mit sozio-ökologischen Konflikten. Im Interview mit dem Rektor der Uni und der beteiligten ZFD-Fachkraft erfahren Sie mehr.

Projektbeispiel Kenia

In Kenia bedroht der Klimawandel die Lebensgrundlagen vieler Menschen. Konflikte um Ressourcen nehmen zu. ZFD und Kenianische Bischofskonferenz haben den Zusammenhang zwischen Klimakrise und Konflikten untersucht, um die gemeinsame Arbeit im Sinne ökologischer Friedensarbeit zu verbessern.

Einen Überblick über die Zusammenhänge und Wechselwirkungen gibt die Hub-Infoseite KLIMA + KONFLIKT. Eine vertiefende Auseinandersetzung ermöglichen beispielsweise folgende Hub-Beiträge:

Gastbeitrag: Klima-Konflikt-Bearbeitung

Eine dezidierte Beschreibung der Zusammenhänge und der Bedeutung ziviler Konfliktbearbeitung leisten Dr. Daniela Pastoors, Lukas Drees, Thomas Fickel und Prof. Dr. Jürgen Scheffran. Ihr Aufsatz wurde im September 2022 in der Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik abgedruckt. Im Hub erschien er in Auszügen.

Gastbeitrag: »Klimakiller Krieg«

Dr. Angelika Claußen zeigt auf, warum es Abrüstung und Dialog braucht, um die Klimakrise zu bewältigen. Dabei bezieht sie auch Stellung zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Claußen ist u. a. Vorsitzende der IPPNW Deutschland. Ihr Beitrag erschien im Juni 2022 im IPG-Journal, anschließend im ZFD-Hub.

Gastbeitrag: Klima-Konflikt-Forschung

Herausforderungen und Methoden bei der Erforschung der Klima-Konflikt-Zusammenhänge beleuchten Mayely Müller, Maximilian Brien und Thomas Cranshaw vom Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung in ihrem Beitrag zum Hub von November 2021. Der Beitrag liegt in Deutsch und Englisch vor.

Inwiefern die Klimakrise Teil einer umfassenden sozial-ökologischen Krise ist, wird auf der Hub-Infoseite KLIMA + GERECHTIGKEIT skizziert. Weitere Einblicke bieten folgende Hub-Beiträge:

Beitrag: Für mehr Klimagerechtigkeit

Um zu verhindern, dass die Klimakrise globale Ungerechtigkeiten weiter zementiert, bedarf es mehr Partizipation, Solidarität und Kooperation. Unser Beitrag erläutert, was es damit auf sich hat und stellt Bildungsmaterial zum Thema Klimagerechtigkeit vor.

Projektbeispiel Sierra Leone

Ein ZFD-Projekt zur Katastrophenvorsorge sensibilisiert die Menschen in Sierra Leone für die Folgen des Klimawandels. Damit niemand außen vor bleibt, wurden die Infos in die fünf gängigsten Sprachen im Land übersetzt. Workshops helfen das Wissen anzuwenden.

Projektbeispiel Lateinamerika

Der Kampf für Umwelt und Klimagerechtigkeit ist müßig, mancherorts sogar lebensgefährlich. Damit Aktivistinnen und -aktivisten in Lateinamerika unbehelligt ihrer Arbeit nachgehen können, steht ihnen der ZFD zur Seite.

Frieden verbessert das Klima: Bonusmaterial

Clip: ZFD in der Klimakrise

Warum es in der Klimakrise mehr Zivile Konfliktbearbeitung braucht? Sie fördert Kooperationen und hilft, Veränderungsprozesse gerecht zu gestalten. Wie das in der Arbeit des ZFD gelingt, zeigt unser zweiminütiger Clip.

Infopool Klima + Frieden

Unser Infopool bietet einen umfassenden Wissensschatz zum Thema „Klima und Frieden“. Die mehr als 130 verlinkten Akteure, Portale, Artikel, Studien, Podcasts und Datenbanken können nach Themen und Medien sortiert werden.

Quiz zum Hub

Klima, Konflikt, Kooperation – die Zusammenhänge sind komplex, oder? In unserem Quiz können Sie Ihr Wissen auf die Probe stellen. Acht Fragen zu Fakten, Forschung und Praxis warten auf Ihre Antwort.

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Der ZFD-Klima-Hub beschäftigt sich seit Juni 2021 mit den Zusammenhängen zwischen Klima, Konflikt und Kooperation. Dabei wurde und wird immer wieder deutlich, dass zivile Konfliktbearbeitung unerlässlich ist, um kooperativ durch die sozio-ökologische Krise zu kommen. Ursprünglich war der Hub mit einer Laufzeit von einem Jahr konzipiert. Dass wir den Hub bis Dezember 2022 aktiv mit neuen Inhalten befüllt haben, liegt an der Relevanz des Themas, aber auch an der Tatsache, dass es nach wie vor an Stellen fehlt, die relevante Quellen zum Thema bündeln. In diesem Sinne werden wir den Infopool Klima und Frieden auf unbestimmte Zeit weiter pflegen und erweitern. Sollten Sie dort eine wichtige Info-Quelle vermissen, wenden Sie sich bitte an kontakt [at] ziviler-friedensdienst [dot] org.

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Fotos & Abbildungen:
Header: Tim Bunke / Weltfriedensdienst e.V.; Teaser (v.o./v.l.): Portrait Anja Petz: KURVE Wustrow; Portrait Martin Vehrenberg: Christoph Seelbach; Projektbeispiel Sudan: Bana Group for Peace and Development; Projektbeispiel Kenia (1/2): Indigenous Movement for Peace Advancement and Conflict Transformation; Portrait Rebecca Froese: Hiller; Projektbeispiel Bolivien: Mary Isabel Garcia Parapaino (aus dem Reportagenbuch „FotoVoz: Reconexión Monkoxɨ“, 2021, S.88); Projektbeispiel Kenia (2/2): Catholic Justice & Peace Department / Esther Maina; Gastbeitrag Daniela Pastoors et al.: Jörg Böthling / Brot für die Welt; Portrait Angelika Claußen: Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzt*innen in sozialer Verantwortung; Gastbeitrag HIIK: Jörg Boethling; Beitrag Klimagerechtigkeit: Ivan Radić (via Wikimedia, CC BY 2.0); Projektbeispiel Sierra Leone: Young Men‘s Christian Association Sierra Leone / AMBERPRESS Gosia Warrink; Projektbeispiel Lateinamerika: pbi Honduras; Icons zum Clip: Tommaso.sansone91 und ICS/Noun Project via Wikimedia (CC0 1.0); Infopool: Howard Hall / Okapia; Graffito zum Quiz: 1akut; Screenshot: ZFD (Foto: s. Header)