20 Jahre Ziviler Friedensdienst

Grund zur Freude, Anlass zur Forderung

20 Jahre ist es im November 2019 her, dass die ersten Fachkräfte des ZFD ausgereist sind, um in Krisen- und Konfliktregionen Frieden zu fördern und Gewalt vorzubeugen. Seitdem haben sich rund 1.400 Fachkräfte in knapp 60 Ländern für die zivile Konfliktbearbeitung eingesetzt – mit Engagement, Expertise und Erfolg. Der Zivile Friedensdienst hat sich als wichtiges Programm deutscher Friedenspolitik etabliert. Mit diesem Programm übernimmt Deutschland Verantwortung in der Welt, wenn es darum geht, Konflikte zu entschärfen und den Boden für einen dauerhaften Frieden zu bereiten.

FRIEDEN KANN

20 Jahre Ziviler Friedensdienst machen deutlich, dass die Wirkung lokaler Friedensarbeit nicht lokal begrenzt ist, denn sie bringt den gesamtgesellschaftlichen Frieden voran. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele, von denen wir im Jubiläumsjahr nach und nach 20 vorstellen (siehe unten). Unter dem Motto FRIEDEN KANN unterstreichen diese 20 Projekte, wie mächtig der Frieden ist und wofür es sich seit 20 Jahren konstruktiv zu streiten lohnt. Jedes der Beispiele zeigt Wirkung und macht Mut – und hat doch Grenzen. Es fehlen nach wie vor ausreichend Mittel, um das gesamte Potential ziviler Konfliktbearbeitung auszuschöpfen.

Die weltpolitische Lage ist angespannt. Vielerorts verschärfen populistische Stimmen die inner- und zwischengesellschaftlichen Spannungen. Es braucht dringend ein Gegengewicht, das nicht spaltet, sondern eint. Der Zivile Friedensdienst unterstützt seine Partnerorganisationen bei ihrer Arbeit für einen gerechten Frieden. Denn eine Gesellschaft kann sich nur in Richtung Frieden, Demokratie und sozialer, politischer und wirtschaftlicher Stabilität entwickeln, wenn Gräben überwunden, Gewalt verhindert und der Dialog in Gang gebracht wird.

Der Zivile Friedensdienst schafft dafür mit seiner präventiven Arbeit die Voraussetzungen. Wenn lautstark gefordert wird, dass sich Deutschland stärker für Frieden und Sicherheit in der Welt einsetzen solle, können wir aus tiefer Überzeugung entgegnen: Deutschland hat mehr zu bieten als militärische Intervention. Mit dem ZFD steht ein Programm zur zivilen Konfliktbearbeitung und Krisenprävention bereit, das sich in den 20 Jahren seines Bestehens in über 600 Projekten weltweit bewährt hat.

2019 werden wir dies mit aktuellen Informationen, Aktionen und einer Veranstaltung zeigen. Informationen dazu finden Sie nach und nach auf diesen Seiten.

Wie alles begann

Am 22.11.99 wurden die ersten ZFD-Fachkräfte verabschiedet, um Menschen und Organisationen in Krisen- und Konfliktregionen bei ihrer Friedensarbeit zu unterstützen. Doch die Idee des ZFD entstand bereits einige Jahre zuvor.

ZFD-Infografiken

Wie viele ZFD-Fachkräfte arbeiten weltweit und in welchen Regionen? Wieviel Budget steht dem ZFD zur Verfügung? Unsere Infografiken geben Auskunft.

FRIEDEN KANN - ABER WIE KANN FRIEDEN WERDEN: 20 JAHRE – 20 BEISPIELE

Libanon

Der Libanon beherbergt im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung die meisten Geflüchteten weltweit. Eine große Herausforderung für ein Land, das genug mit sich selbst zu kämpfen hat. Der ZFD und seine Partner bauen Spannungen ab.

Mali

Mali stürzte 2012 in eine tiefe Krise. Die nachfolgenden Militärinterventionen konnten bisher keinen nachhaltigen Frieden bringen. Der ZFD unterstützt die Bevölkerung mit ziviler Konfliktbearbeitung, präventiver Jugendarbeit und Friedensjournalismus.

Israel / Palästinensische Gebiete

Bei den Combatants for Peace legen ehemalige israelische Soldatinnen und Soldaten und palästinensische Widerstandskämpferinnen und -kämpfer die Waffen nieder und kämpfen Seite an Seite für Frieden.

Myanmar

Berufliche Qualifizierung für die Jugend, wissenschaftliche Studien und politische Lobbyarbeit – das gehört zur Friedensförderung des Naushawng Development Institute, das der ZFD in Myanmar unterstützt.

Ukraine

Der Konflikt in der Ukraine hat schwere Folgen für die Bevölkerung. Zivilgesellschaftliche Organisationen decken Menschenrechtsverletzungen auf und setzen sich für Gerechtigkeit ein. Der ZFD unterstützt sie.

Kambodscha

Einige ZFD-Partner in Kambodscha leisten kreative Erinnerungsarbeit an die Verbrechen der Roten Khmer, denn Kunst kann verdrängte Erinnerung und den Weg zur Versöhnung öffnen.

Kenia

In Nairobi entsteht ein Zentrum für interreligiösen Dialog. Der ZFD unterstützt das Vorhaben, denn nur wenn Religionen miteinander im Gespräch bleiben, kann Verständnis wachsen.

Guatemala

Die Aufarbeitung von Unrecht ist der erste Schritt zur Versöhnung. Die Menschenrechtsorganisation ECAP unterstützt Frauen, die sexuelle Kriegsgewalt zur Anklage bringen.

Burundi

Der ZFD unterstützt in Burundi das Pressezentrum Maison de la Presse, denn Frieden und freie Meinungsäußerung gehen Hand in Hand.

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Fotos: Header: Omar Sanadiki/Reuters; Teaser: oben re: Köhler/Bundesregierung; Factsheets: siehe Einzelnachweise an den Bildern (Folgeseiten).