Gewaltprävention

im Zivilen Friedensdienst

Ob in Guinea, im Libanon oder in Kolumbien: Überall auf der Welt gibt es Menschen, die sich unermüdlich für Frieden einsetzen. Nach dem Krieg ist oft vor dem Krieg, wenn es keinen Dialog, keine Versöhnung und keine Regelungen darüber gibt, wie die Zukunft aussehen soll: Aber wie sonst können Menschen wieder friedlich miteinander leben, die zuvor aufeinander geschossen haben? Wie können sie die gewaltvolle Vergangenheit bewältigen? Wie wieder Vertrauen in die Zukunft entwickeln?

Konflikte gehören zum Leben dazu. Problematisch wird es nur, wenn sie mit Gewalt ausgetragen werden. Der Zivile Friedensdienst und seine Partner setzen sich weltweit für Gewaltprävention und Friedensförderung ein: Unsere Arbeit zielt auf die Ursachen von Konflikten. Wir bringen verfeindete Parteien zusammen und ebnen den Weg zur Versöhnung.

Wir sind davon überzeugt, dass wir Gewalt verhindern können, wenn wir frühzeitig und langfristig handeln.

    Gewalt vorbeugen – das geht

    In diesem Dossier zeigen wir, wie Gewaltprävention funktioniert. Wir beschreiben, welche Rolle die Zivilgesellschaft dabei spielt und was wir noch erreichen könnten. In Guinea ist aus einem ZFD-Projekt beispielsweise ein landesweites Netzwerk für Gewaltprävention geworden. Im Libanon beugen wir Gewalt vor, indem wir verfeindete Menschen wieder in Kontakt bringen.

    Weitere Beispiele machen in den kommenden Monaten deutlich, welches Potenzial in ziviler Friedensarbeit steckt. Wir wären dem Ziel einer friedlichen und gerechten Welt einen Schritt näher, wenn wir dieses Potenzial stärker ausbauen würden.

    Es wird Zeit, friedliche und zivile Kräfte stärker einzusetzen, um Gewalt vorzubeugen und Konflikte zu bewältigen.

    Der Zivile Friedensdienst steht dazu bereit.

     

    P.S.: Friedensförderung lohnt sich auch finanziell: Nach einer Studie des Instituts für Wirtschaft und Frieden (IEP) spart jeder Dollar, der in Friedensförderung investiert wird, später 16 Dollar Konfliktkosten.

    Philippinen – Schall statt Rauch

    Seit mehr als 40 Jahren gibt es auf Mindanao gewaltvolle Konflikte. 2014 keimte Hoffnung auf Frieden auf. Doch der Friedensprozess geriet ins Stocken. Mit Medienarbeit bleibt der ZFD am Ball.

    Kolumbien – Rückenwind für Frieden

    In Kolumbien kommt der Friedensprozess in Gang, aber Frieden herrscht noch lange nicht. Der ZFD unterstützt dabei, die Zukunft friedlich zu gestalten.

    Libanon – Fragil stabil

    Der Libanon ist ein Land der Vielfalt. Doch die Risse im sozialen Gefüge sind tief. Die Gesellschaft ist gespalten, Gewalt ist weit verbreitet und die Gefahr der Eskalation schwebt über dem Land. Der ZFD wirkt dagegen.

    Guinea – Hoffnung auf dem Pulverfass

    Freie Wahlen allein machen noch keine Demokratie. Berechtigter Unmut macht sich breit. Straßenproteste münden immer häufiger in Gewalt. Der ZFD vermittelt zwischen den Fronten.

    Ab Anfang 2018: Mali

    Der Norden Malis ist seit Jahrzehnten Schauplatz von Kriminalität, Putschen und militärischen Interventionen gegen Rebellen. Trotz Friedensabkommen bleibt die Lage angespannt.

    Fotos: Header: WFD/Susanne Souaré; Teaser: Philippinen: Aubrey Rocin Llamas; Kolumbien: AGEH/Bianca Bauer; Libanon: ZFD/GIZ; Guinea: Mamadou Bachir Diallo; Mali: Wikimedia Commons/Ferdinand Reus