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Sudan: Besuch bei den UN in Genf

Derzeit reist eine Delegation der Bana Group for Peace and Development, einer sudanesischen Partnerorganisation des ZFD-Trägers KURVE Wustrow, durch Deutschland und weitere europäische Länder. Die fünf Frauen berichten über die dramatische Lage im Sudan, wo seit über zwei Jahren ein Bürgerkrieg herrscht und die Bevölkerung unter katastrophalen Bedingungen lebt.

Die Delegation nutzt die Reise auch, um ihre Arbeit bekannter zu machen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Bana Group for Peace and Development ist ein feministisches Netzwerk von Menschenrechts- und Friedensaktivistinnen, das sich insbesondere für mehrfach marginalisierte Frauen im Sudan einsetzt.

Für vier Tage war die Delegation zu Gast beim UN-Menschenrechtsrat in Genf. Sie führten Gespräche unter anderem mit Zaki Othman, dem Sudan-Verantwortlichen im Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte, mit drei Mitgliedern der UN Fact Finding Mission on Sudan, mit Mitarbeiterinnen der UN-Sonderberichterstattung zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie mit Mathias Reuter, Referent für strategische Fragen der humanitären Hilfe im Auswärtigen Amt. Ein Ergebnis: Die Fact Finding Mission wird künftig auch Ergebnisse der Arbeit der Bana Group einbeziehen, die derzeit eine Datenbank zu Menschenrechtsverletzungen im bewaffneten Konflikt im Sudan aufbaut.

Side Event in Genf

Etwa 40 Personen nahmen am 18. Juni am Side Event im Rahmen der 59. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats teil, das gemeinsam von der Bana Group und der deutschen Organisation Gesellschaft für bedrohte Völker organisiert wurde. Dabei wurde über die extrem herausfordernde Situation im Sudan berichtet – insbesondere über das Schicksal von Geflüchteten und Frauen. Es entwickelte sich ein intensiver Austausch mit Vertreter*innen der UN, staatlicher Delegationen und anderer NGOs. Das Interesse an der Arbeit der Bana Group war groß.

Ekram Hamza, Direktorin der Bana Group, erklärte im Anschluss: „Wir nutzen diese Kontakte, um uns dafür einzusetzen, dass die internationale Gemeinschaft mehr Druck auf die Kriegsparteien ausübt. Das ist dringend notwendig, um diesen schrecklichen Krieg gegen die Zivilbevölkerung zu beenden. Wir werden unsere Kampagne fortsetzen, bis wir endlich Ergebnisse sehen.“

Inzwischen ist die Delegation in Brüssel angekommen, um dort Gespräche mit der EU zur Lage im Sudan zu führen. Eine weitere Station der Reise war Berlin – mit einem Auftritt bei der Biennale im Rahmen eines „Volkstribunals“ zur systematischen Verfolgung von Aktivistinnen im Sudan (Link zur Veranstaltung) – und Stuttgart, wo der im Rahmen der ZFD-Kooperation entstandene Sudan-Film gezeigt wurde („Forgotten Voices“ im Merlin Stuttgart).

Kooperation im Süd-Nord-Modell

Das Sudan-Projekt der KURVE Wustrow umfasst zudem eine Kooperation im Süd-Nord-Modell: Eine sudanesische Fachkraft arbeitet derzeit in Deutschland bei der Gesellschaft für bedrohte Völker (gfbv.de). Diese besitzt einen beratenden Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der UN und kann somit Stellungnahmen beim Menschenrechtsrat in Genf einreichen.

„Das macht diese Art der Zusammenarbeit besonders effektiv“, sagt Ekram Hamza, „denn die direkte Kommunikationslinie zur UNO ermöglicht es, die Stimmen der Frauen aus dem Sudan direkt bei den Entscheidungsträgern hörbar zu machen.“


Foto: KURVE Wustrow e.V./Bana Group for Peace and Development

In unserem Beitrag Sudan: Vergessene Stimmen erfahren Sie mehr zum Dokumentarfilm „Forgotten Voices“, mit dem die Bana Group for Peace and Development auf die verzweifelte Lage der Zivilbevölkerung im Sudan aufmerksam macht. Mehr zum ZFD-Projekt im Sudan erfahren Sie auch in unserer Projektdatenbank und auf der Seite der KURVE Wustrow