Publikation
Südafrika - Das Trauma des Warlords
Die Provinz KwaZulu-Natal ist eine der instabilsten des Landes. Hier schürte die weiße Apartheidregierung in den1980er- und 90er-Jahren bewusst Konflikte innerhalb der schwarzen Bevölkerungsgruppe. An diesem Erbe von Gewalt und Hass tragen die Menschen bis heute. Eine Reportage über den Projektpartner „Sinani“: „Statt sich nur auf Konfliktbearbeitung und Friedensarbeit zu konzentrieren, verfolgt Sinani inzwischen einen weit gefassten, ganzheitlichen Ansatz. Schließlich könne man sich nicht nur mit emotionalen Bedürfnissen beschäftigen und die physischen ignorieren, meint er. Neben der politischen Geschichte seien bittere Armut und eine der höchsten Aids-Infektionsraten des Landes die Hauptursachen von Gewalt in KwaZulu-Natal. Deshalb gibt es bei Sinani Programme zur Bekämpfung von Armut und Aids. Ist das nicht ein Fass ohne Boden? »Nein«, entgegnet Molefe entschieden. Anders ginge es nicht, denn alle drei Komponenten seien untrennbar miteinander verbunden. »Und wenn Sie Menschen davon überzeugen wollen, ihre Konfl ikte gewaltfrei auszutragen, dann müssen Sie ihnen eine annehmbare Alternative aufzeigen.« Auch die Sinani-Mitarbeiter mussten das über die Jahre hinweg erst lernen – von den Teilnehmern der Projekte, von denen also, die ihr halbes Leben zwischen den politischen Fronten in KwaZulu-Natal verbracht haben. Die waren es übrigens auch, die dem Projekt seinen Namen gaben. Sie fanden das ursprüngliche »Programme for Survivors of Violence« zu sperrig und zu kompliziert in der Aussprache. Sinani ist Zulu und bedeutet schlicht: Wir sind mit euch.“