Publikation
Guerillas im Nebel
Das Pole Institute hat die vorliegende Studie erarbeitet, um die aktuelle FDLR-Konfliktlage im Ostkongo und ihren Entstehungskontext aus der Perspektive der lokalen Bevölkerung zu erfassen und darzustellen. Die Studie gibt in einem ersten Teil die Ergebnisse von Untersuchungen und Diskussionen aus den Jahren 2008/2009 wieder. Ein zweiter Teil versammelt Erfahrungen, die die lokale Bevölkerung Nord- und Süd-Kivus mit der Präsenz der FDLR gemacht hat und noch immer macht, und gibt verschiedene Sichtweisen aus der Sicht der Betroffenen wieder. Sie werfen ein Schlaglicht auf die Weise, wie Menschen im Kongo selbst das FDLR-Problem und dessen Auswirkungen erleben und analysieren.
Das Pole Institute wurde 1997 während des ersten „Kongo-Kriegs“ von Engagierten der Zivilgesellschaft im Ostkongo als Plattform für friedliche Konfliktregelung gegründet. Aus bescheidenen Anfängen ist heute ein namhaftes gesellschaftspolitisches Forschungs- und Fortbildungsinstitut in der Region der Großen Seen geworden, das wichtige Beiträge zu einem fundierten Verständnis der komplexen Gemengelage in der Region leistet.
Zusätzlich berücksichtigt diese deutschsprachige Veröffentlichung die deutsche und internationale Dimension des Problems. Zu Beginn beschreibt eine für Pole Institute verfasste Reportage der Journalistin Andrea Böhm (DIE ZEIT) die jetzige Situation im FDLR Kriegsgebiet nach den vielen militärischen und juristischen Entwicklungen des Jahres 2009. Im letzten Teil erläutert die deutsche Journalistin Simone Schlindwein (u. a. die tageszeitung) in einer für Pole Institute verfassten Analyse die Hintergründe und Verwicklungen der juristischen Verfahren, die in Deutschland gegen die hier ansässigen FDLR-Verantwortlichen angelaufen sind. Ein weiterer Text von Dominic Johnson behandelt die grenzüberschreitende Bedeutung eines effektiven Umgangs mit der FDLR-Frage für die gesamte Region der Großen Seen und den Zusammenhang mit der internationalen Politik in der Region seit dem ruandischen Völkermord.
Französische Originaltexte unter: www.pole-institute.org