Projekt

Seite an Seite für Menschenrechte

Land

Mexiko

ZFD-Akteur

peace brigades international

Projektland: Mexiko (Nordamerika). Hauptstadt: Mexiko-Stadt; Bevölkerung: rund 130,3 Mio. Menschen (67 pro km²). Unabhängigkeit: 1821 (von Spanien); Regierungsform: seit 1917 präsidiale Bundesrepublik, doch zeigen sich deutliche Defizite in der Rechtsstaatlichkeit und -sicherheit. Seit der damalige Präsident Calderón den Drogenkartellen 2006 den Krieg erklärte, ist die Gewalt im Land eskaliert und hat kriegerische Zustände angenommen. Der aktuelle Präsident López Obrador ist seit 2018 im Amt. Nächste Wahlen stehen 2024 an. Human Development Index 2021: Rang 86 (von 191 Ländern); Global Peace Index 2023: Rang 136 (von 163 Ländern).


Projekt: Die ZFD-Partnerorganisationen machen sich in Mexiko u.a. für die Rechte der indigenen Bevölkerung stark und treten für den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt sowie mit den natürlichen Ressourcen ein. Viele Partner verfolgen das Ziel, der Straflosigkeit ein Ende zu setzen. Sie recherchieren beispielsweise Fälle von Gewalttaten und bringen sie vor Gericht. Allesamt setzen sie sich unter extremen Bedingungen für Recht und Gerechtigkeit ein. Die Anwesenheit der ZFD-Fachkräfte erweitert den Handlungsspielraum der begleiteten Menschenrechts- und Umweltverteidiger*innen (MRV) und ihrer Organisationen. Gemeinsame Lobbyarbeit und Sicherheitstrainings kommen gefährdeten MRV auch in Regionen zugute, wo die Lage besonders kritisch ist. Ein Netzwerk aus Kontakten zu Politik und Behörden in Mexiko, zu Botschaften und internationalen Organisationen in Europa und den USA bringt zusätzlichen Schutz.

Praxisbeispiel: Immer mehr Unternehmen siedeln sich unter dem Deckmantel der Industrialisierung und Entwicklung in Mexiko an. Als Folge wird oftmals der Lebensraum von bäuerlichen und indigenen Gemeinden zerstört. So auch im Fall der Widerstandsbewegung zur Verteidigung von Land und Wasser (FPDTA-MPT), ein Zusammenschluss von vorwiegend indigenen Gemeinden, die sich seit 2012 gegen Megaprojekte in den Bundesstaaten Morelos, Puebla und Tlaxcala einsetzen. Der ZFD begleitet den FPDTA-MPT seit 2020, u.a. durch Advocacyarbeit und Workshops.


Konfliktfelder: Seit 1917 versteht sich Mexiko als demokratische Republik. Doch zeigen sich schwere Defizite in punkto Rechtsstaatlichkeit. Korruption ist weit verbreitet. Gewalt ist allgegenwärtig. Seit letztem Jahr gelten offiziell mehr als 100.000 Menschen als vermisst. Straftaten werden jedoch kaum verfolgt. Wer sich für Menschenrechte einsetzt, ist Diffamierung und Angriffen bis hin zum Mord ausgesetzt. Große Gefahr geht vom organisierten Verbrechen aus. Gruppen organisierter Kriminalität sind fast überall präsent. Ihr Einkommen generieren sie durch Drogen-, Menschen- und Waffenhandel, durch Erpressung und Ausbeutung von Rohstoffen. Die staatlichen Institutionen haben dem nur wenig entgegenzusetzen. 2006 erklärte der damalige Präsident Calderón den Kartellen den Krieg. Seitdem ist die Gewalt eskaliert. In Mexiko herrscht zudem große Ungleichheit. Über 40 Prozent der Menschen leben in Armut. Besonders benachteiligt sind die indigene Bevölkerung, Frauen und die hunderttausenden Migrant*innen, die Mexiko auf ihrem Weg in die USA durchqueren.


Projektpartner

pbi-Mexiko-Projekt

Projektstandorte

Chihuahua
Mexico-City
Oaxaca

Zielgruppen

Menschenrechtsverteidiger*innen, Umweltverteidiger*innen, Nichtregierungsorganisationen, zivilgesellschaftliche Menschenrechtsplattformen, -netzwerke und -initiativen auf lokaler, bundesstaatlicher und nationaler Ebene, staatliche Regierungsinstitutionen und Aufsichtsorgane, internationale und nationale Menschenrechtsorganisationen, Vertreter*innen der diplomatischen Gemeinschaft im Land, Mitarbeitende von UN-Institutionen

ZFD-Fachkräfte (im Einsatz)

3

Stand

4. Quartal 2023