Projekt

Frieden fordern? – Frieden fördern!

ZFD-Akteur

EIRENE Internationaler Christlicher Friedensdienst

Projektland

Burkina Faso
Mali
Niger
Sahel

Projektlaufzeit

2020 bis 2023

Konfliktkontext: Der Sahel ist durch viele Konfliktherde gezeichnet: politische und wirtschaftliche Instabilität, Spannungen zwischen Ethnien, Konkurrenz um schwindende Ressourcen, Auswirkungen des Klimawandels. Die Sahelländer zählen zudem zu den ärmsten Ländern der Welt. Vom Abbau der vorhandenen Bodenschätze wie Gold und Uran profitiert die lokale Bevölkerung nur unzureichend. Die Region hat sich seit mehreren Jahren zu einem Nährboden für einen gewaltgeprägten Extremismus entwickelt. Diverse Terrorgruppen, Milizen und Banden verüben regelmäßig Anschläge und Überfälle auf Armee und Zivilbevölkerung. Sie nutzen die Durchlässigkeit der unübersichtlichen Grenzen und die Schwäche staatlicher Autorität. Die schlechten sozioökonomischen Lebensbedingungen erleichtern ihnen die Rekrutierung neuer Kämpfer, insbesondere unter jungen Menschen. All das hat Flucht und Vertreibung zur Folge, wodurch die Region zusätzlich destabilisiert wird. Rund 260.000 Malierinnen und Malier sind in andere Teile des Landes oder in die Nachbarländer geflüchtet. Der Anteil Binnenvertriebener ist in letzter Zeit in Mali, Burkina Faso und im Niger wieder deutlich angestiegen. In jedem der drei Länder sind über 100.000 Menschen Vertriebene im eigenen Land. Im Niger haben zudem an die 120.000 Menschen aus Nigeria Schutz gesucht. Sie sind vor der Gewalt der radikalen Boko Haram geflohen. In den Aufnahmegemeinden schüren die ohnehin knappen Ressourcen und eine überlastete Infrastruktur Konflikte zwischen Geflüchteten und Einheimischen. In allen drei Ländern flammen lokale Konflikte immer häufiger gewaltsam auf. Es besteht die Gefahr, dass sie eskalieren, für politische Zwecke instrumentalisiert werden und einen Flächenbrand auslösen. In Mali gilt seit November 2015 der Ausnahmezustand, im Niger seit Dezember 2018. In Burkina Faso wurde er Anfang 2019 für mehrere Provinzen ausgerufen.

Projekt: Der ZFD setzt sich im Sahel dafür ein, dass Konflikte gewaltfrei bearbeitet werden und eine friedliche Entwicklung vorangebracht wird. Dazu wird mit Partnern in Burkina Faso, Mali und Niger zusammengearbeitet. Die Schwerpunkte des Engagements liegen auf Friedenspädagogik, -journalismus und der Bearbeitung von Konflikten rund um den Goldabbau. Alle drei Länder zählen zu den fünf größten Goldproduzenten Afrikas. Beim Abbau mischen viele internationale Unternehmen mit – oft auf Basis undurchsichtiger Absprachen mit den Gemeinden. Menschenrechts-, Land- und Umweltfragen werden häufig ausgeblendet. Durch Dialogforen im Umfeld der Minen werden alle Beteiligten an einen Tisch gebracht, um eine sozial- und umweltverträgliche Förderung zu begünstigen, von der Region und lokale Bevölkerung profitieren. Im Bereich Friedenserziehung stehen Workshops zu Konfliktbearbeitung an Schulen und Unis wie auch in Jugendgruppen und Sportvereinen auf dem Programm. Darüber hinaus werden sportliche und kulturelle Initiativen unterstützt. Auf kreative und spielerische Weise fördern sie zugleich Selbstentfaltung und Zusammenhalt, Eigeninitiative und Fair Play. Alles in allem wird damit das Lernklima verbessert, was sich auch in einem respektvolleren Miteinander zeigt. Dadurch nimmt schließlich das Ausmaß der Gewalt ab – an den Schulen wie auch im privaten Umfeld. Im Bereich Friedensjournalismus werden Kommunalradios in konfliktsensibler Berichterstattung geschult, damit ihre Sendungen Spannungen abbauen, anstatt Konflikte anzuheizen, damit sie aufklären und nicht vertuschen. So werden beispielsweise interaktive Sendungen produziert, in denen die Probleme rund um den Goldabbau zur Sprache kommen. Das wiederum motiviert Eltern, ihre Kinder zur Schule anstatt in die Minen zu schicken, und im Goldabbau Tätige erfahren, wie sie sich besser vor gesundheitlichen Schäden schützen können.

Projektpartner

Centre National de presse Norbert Zongo (CNP-NZ)
Fondation pour le Développement du Sahel (FDS)
Organisation Nigérienne pour la dynamisation des initiatives locales (Karkara)
Organisation pour la recherche la formation et le Développement (ORFED)
Organisation pour le renforcement des capacités de développement (ORCADE)
Réseau pour la gestion non-violente des conflits (Re-GENOVICO)

Zielgruppen

Organisationen der Zivilgesellschaft; Jugendliche; Eltern; Jugendverbände; Studierende; Lehrkräfte; Anrainerbevölkerung von Bergbaustandorten; Arbeiterinnen und Arbeiter im Goldabbau; lokale staatliche Verwaltung; traditionelle Autoritäten; Gewerkschaften; Entscheidungsträgerinnen und -träger auf nationaler und regionaler Ebene (Minengesellschaften, Bergbaukammer, Ministerien, Schulbehörden); Kommunalradios und ihre Hörerschaft, Journalistinnen und Journalisten

ZFD-Fachkräfte (im Einsatz)

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Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zum Engagement in Mali finden Sie in unserem Dossier Gewaltprävention.

Stand

2. Quartal 2021