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Äthiopien: Frauen als Akteurinnen für Frieden und Wandel

Die Geschichte von Sadia Taro aus der Borena-Gemeinschaft im Süden Äthiopiens zeigt, wie Frauen trotz schwieriger Lebensumstände zu wichtigen Akteurinnen für Frieden und gesellschaftlichen Wandel werden können.

Gegenseitige Viehdiebstähle, kein Zugang zu Wasser und Weideflächen und gewalttätige Auseinandersetzungen - zwischen den Borana in Äthiopien und der Gabbra-Gemeinschaft im kenianischen Grenzgebiet kommt es seit Jahrzehnten immer wieder zu Konflikten. Nachdem Sadia dadurch ihren Ehemann verloren hatte, stand sie vor der Herausforderung, ihre sieben Kinder in einer von Dürren betroffenen Region allein großzuziehen. Doch durch die unterstützung der Association of Pastoralist Community for Change (APCfC), einer langjährigen Partnerorganisation des ZFD-Trägers GIZ, konnte sie im Jahr 2021 gemeinsam mit anderen Frauen die Gorai Women Peace Support Group gründen. 

Frauen organisieren sich und bilden sich weiter

Die Frauen setzen sich für eine gewaltfreie Bearbeitung lokaler Konflikte und mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. So organisieren sie sich beispielsweise in Frauen-Friedensforen und bilden sich u.a. in Dialog und Konfliktbearbeitung, in Selbstorganisation, finanzieller Bildung und Netzwerkarbeit weiter. So haben die Frauen aus Borena zusammen mit APCfC z. B. Spar- und Selbsthilfegruppen gegründet und sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass gestohlenes Vieh zurückgegeben wurde. Sie beteiligen sich zudem an grenzüberschreitenden Friedensgesprächen mit Frauen aus der Gabbra-Gemeinschaft. Dabei gelingt es ihnen, Konflikte zu lösen, die lange als unüberwindbar galten. Wie Sadia berichtet: „Wir konnten Konflikte lösen, mit denen selbst die Ältesten zu kämpfen hatten.“

Dank der Spar- und Kreditprogramme konnte auch Sadia ein eigenes Geschäft eröffnen und zudem dazu beitragen, Ressourcen für mehr als 25 Haushalte und 50 Kinder zu mobilisieren.

Sadias Geschichte zeigt, wie Friedensförderung und die Stärkung von Frauen ineinandergreifen. Wenn Frauen sich organisieren und aktiv an Friedensprozessen teilnehmen, leisten sie einen wichtigen Beitrag zu einem friedlichen und widerstandsfähigen Zusammenleben.


Foto: GIZ
Mehr zur Arbeit des ZFD in Äthiopien lesen Sie auch in unserer Projektdatenbank.