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Sri Lanka: Junge Menschen gestalten Frieden

Sri Lanka ist bis heute von den Folgen des Bürgerkriegs geprägt. Besonders im Norden und Osten des Landes, wo viele Tamil*innen leben, sind die Erfahrungen von Gewalt, Vertreibung und Ausgrenzung präsent. Auch zwischen ethnischen und religiösen Gruppen bestehen weiterhin Spannungen und Vorurteile.

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern und die Vergangenheit aufzuarbeiten, bleiben deshalb zentrale Aufgaben. Der ZFD-Träger KURVE Wustrow setzt gemeinsam mit seiner Partnerorganisation Centre for Peace Building and Reconciliation (CPBR) bei der jungen Generation an, um den Frieden in Sri Lanka zu fördern. Ein Beispiel dafür ist das Young Visionary Fellowship (YVF).

Das dreijährige Programm stärkt junge Menschen darin, in ihren Gemeinschaften Verantwortung zu übernehmen und gesellschaftlichen Wandel anzustoßen. Sie lernen Methoden kennen, um Konflikte gewaltfrei zu bearbeiten, Diskriminierung entgegenzutreten, Dialog zu ermöglichen und inklusive Gemeinschaften zu gestalten.

Junge Frauen, interreligiös engagierte Jugendliche sowie junge Menshen aus der LGBTIQA+-Community mit unterschiedlichen ethnischen, religiösen und sozialen Hintergründen entwickeln im Programm ihre Fähigkeiten als Moderator*innen, Multiplikator*innen und Friedensaktivist*innen weiter. Dabei geht es nicht nur um Wissen: Die Teilnehmenden setzen das Gelernte unmittelbar in ihren Communities um und entwickeln eigene Initiativen. Über Seed Grants (Anschubfinanzierungen) erhalten sie die Möglichkeit, ihre Ideen in die Praxis umzusetzen.

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Vielfältiges Engagement der Absolvent*innen

Die Wirkung ist bereits sichtbar: Im Dezember 2025 schlossen 52 junge Menschen das Programm ab. Aus dem Fellowship gingen zahlreiche eigene Projekte und jugendgeführte Organisationen hervor. Eine Alumni-Struktur verbindet die ehemaligen Teilnehmenden und schafft eine Grundlage für weiteres gemeinsames Engagement. Inzwischen ist eine neue Gruppe mit 36 jungen Menschen gestartet.

Selvartnam Dilaxan aus Mannar ist Absolvent des Young Visionary Fellowship. Er sagt: „Echte Transformation entsteht nicht durch Aggression, sondern durch Empathie, Mitgefühl und gewaltfreies Handeln.“ Mit seiner Organisation Happy Voice Hub schafft er Räume für junge Menschen und engagiert sich gegen Umweltzerstörung und für gesellschaftliche Gerechtigkeit.

Auch Muththukumar Nimiya hat am Programm teilgenommen. Heute engagiert sie sich mit ihrer Organisation Kudambi vor allem für Frauen, Kinder und andere Akteur*innen in der Maleiagam-Gemeinschaft. Gemeinsam mit ihren Partner*innen schafft sie Möglichkeiten für Frauen, durch nachhaltige Landwirtschaft, Handwerk und andere Einkommensmöglichkeiten wirtschaftlich unabhängiger und selbstbewusster zu werden. Was das Young Visionary Fellowship für sie bedeutet hat, beschreibt sie so: „Das YVF war mein Kokon. Ich kam hinein wie eine Raupe, die sich ihres eigenen Wertes noch unsicher war, und ging verwandelt daraus hervor – geheilt, selbstbewusst und bereit, als Teil meiner Gemeinschaft zu wirken und mich einzubringen.“

Viele weitere Absolvent*innen des YVF tragen ihre Erfahrungen aus dem Programm weiter. Sie organisieren interreligiöse Begegnungen, stärken Frauen, setzen sich für Umwelt- und Landrechte ein und schaffen Räume für Dialog und Heilung. So entsteht eine breite zivilgesellschaftliche Basis, die sich für Menschenrechte, Gerechtigkeit und die konstruktive und gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten einsetzt.


Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Centre for Peacebuilding and Reconciliation, beim ZFD-Träger KURVE Wustrow sowie in unserer Projektdatenbank
Die Fotos sind bei der Abschlusszeremonie des Young Visionary Fellowship 2023 - 2025 der ZFD-Partnerorganisation Centre for Peacebuilding and Reconciliation (CPBR) enstanden. 
Fotos: KURVE Wustrow/CPBR Sri Lanka