Aktuelles
Libanon: Unterstützung für Kinder
28.04.2026Der Krieg im Nahen Osten hat im Libanon hunderttausende Menschen zur Flucht gezwungen. Viele Familien wurden innerhalb kurzer Zeit mehrfach vertrieben, ein geregelter Alltag ist kaum noch möglich. Besonders Kinder leiden unter Angst, Stress und ständiger Unsicherheit. Der ZFD-Träger Pro Peace unterstützt sie ganz konkret vor Ort - mit psychosozialen Angeboten in Vertriebenencamps und mit inklusiven Sport- und Bewegungsformaten.
Als Reaktion auf die aktuelle Kriegssituation arbeitet der ZFD eng mit Freiwilligen der lokalen Initiativen Truebless und Diyarouna zusammen. Viele von ihnen wurden in den vergangenen Jahren von Pro Peace und der Partnerorganisation Steps in der Methodik „Hawli w Hawalaye“ geschult — auf Deutsch etwa: „In mir und um mich herum“. Der friedenspädagogische Ansatz unterstützt Kinder dabei, mit Belastungen umzugehen, Vertrauen zurückzugewinnen und gewaltfrei miteinander umzugehen. Genau das ist in den Vertriebenenzentren derzeit besonders wichtig.
Die Freiwilligen begleiten Kinder mit gezielten Übungen, die ihnen inmitten von Flucht und Unsicherheit wieder etwas Stabilität geben. Es geht darum, Belastendes zu verarbeiten, das eigene Selbstwertgefühl zu stärken und wieder Momente von Sicherheit, Würde und Selbstwirksamkeit zu erleben.
Wie das konkret aussehen kann, zeigt die Übung „Ich und meine Identität“. Dabei gestalten die Kinder eine Landkarte ihrer Talente, Hobbys und Träume und stellen sie anschließend der Gruppe vor. So wird ihnen bewusst, dass ihre Identität aus vielen Facetten besteht und weit mehr umfasst als Flucht und Vertreibung. Gleichzeitig entdecken die Kinder, was sie miteinander verbindet — oft über Unterschiede und Gruppengrenzen hinweg. Das stärkt nicht nur das Selbstvertrauen der Einzelnen, sondern auch den Zusammenhalt in den Unterkünften.
Sportangebote auch in der Krise
Gleichzeitig werden, wo immer möglich, auch Projekte fortgesetzt, die bereits vor dem Krieg gestartet wurden. Dazu gehört „Sport 4 Peace“, ein Programm, das Pro Peace inzwischen auch in Notunterkünften in verschiedenen Regionen des Landes anbietet. Sport, Spiel und Bewegung schaffen für Kinder Momente, in denen sie Anspannung abbauen und dem Stress des Alltags zumindest für kurze Zeit entkommen können.
Gemeinsam mit Lehrkräften, Hilfskräften und dem Team vor Ort entwickeln die ZFD-Fachkräfte dafür angepasste Spiel- und Sportangebote, die fest in den Schulalltag eingebunden werden können. Die Kinder sollen Freude an Bewegung erleben, sich ausprobieren und Schritt für Schritt lernen, mit anderen zu interagieren, Raum zu teilen und kooperativ miteinander umzugehen. Gerade darin zeigt sich auch die friedensfördernde Kraft solcher Arbeit: Zusammenhalt entsteht nur, wenn wirklich alle einbezogen werden.
Konkrete Unterstützung, langfristige Friedensarbeit
In einer akuten Krise braucht es schnelle und konkrete Unterstützung. Gleichzeitig darf langfristige Friedensarbeit nicht einfach aufhören. Beides gehört zusammen: Menschen in der Not beizustehen — und zugleich Räume zu erhalten, in denen Teilhabe, Vertrauen und Zusammenhalt wachsen können.
Mehr zum Thema Friedensarbeit im Libanon erfahren Sie auch in unserem Beitrag Libanon: Friedensarbeit in herausfordernden Zeiten und in unserer Projektdatenbank.
Text und Fotos: Pro Peace.
Diesen Beitrag haben wir leicht gekürzt und angepasst von Pro Peace übernommen.