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Irak: Soziale und politische Grenzen überwinden

Im Nordirak leben Menschen unterschiedlichster ethnischer, ethno-religiöser und kultureller Hintergründe trotz zahlreicher Herausforderungen und Spannungen zusammen. Viele von ihnen beschäftigen Fragen nach Identität, Zugehörigkeit und Wandel.

Vor diesem Hintergrund schrieb die junge syrische geflüchtete Dramatikerin Safa Hamami ein Theaterstück, das von den Metamorphosen, einer Sammlung zeitloser Erzählungen über Verwandlung, inspiriert ist. Sie untersuchte darin, wie Herkunft und Identität Menschen prägen – oft tiefgreifend und unbewusst – und wie sich Identität weiterentwickeln kann, wenn Veränderung, Hoffnung und Empathie bewusst zugelassen werden. Das Stück wurde mit Unterstützung des ZFD-Trägers GIZ gemeinsam mit der Partnerorganisation Al-Khalil Community von einem vielfältigen Ensemble in Sulaymaniyah, Ranyia und Erbil im Nordirak aufgeführt.

Auseinandersetzung mit Identität und Empathie

Die sozialen und politischen Spannungen in der Region stellen eine große Herausforderung dar und erschweren den Dialog sowie das gegenseitige Verständnis zwischen den verschiedenen Gemeinschaften. Ziel des Stücks ist es, zur Auseinandersetzung mit Identität und Empathie anzuregen und soziale sowie politische Grenzen zu hinterfragen. „Ich wollte das Stück so gestalten, dass es das Publikum auf eine zugängliche Weise mit Themen konfrontiert, die oft als nicht verhandelbar gelten und über die viele Menschen nicht sprechen oder nachdenken möchten“, erklärt Safa.

Darüber hinaus bringt das Projekt Schauspieler*innen mit sehr unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen zusammen. Proben und Aufführungen schaffen einen geschützten, kreativen Raum, in dem junge Stimmen Gehör finden, und fördern Austausch und Zusammenarbeit zu Themen wie Erinnerung, Identität, Kultur und Wandel. Auf diese Weise leistet das Projekt durch künstlerische Arbeit und gesellschaftliches Engagement einen Beitrag zu Friedensförderung, gegenseitigem Verständnis und Empathie.


Text: Ibrahim Alsatam
Fotos: GIZ
Den Text haben wir leicht gekürzt und angepasst aus dem  ZFDinfo Newsletter der GIZ, Ausgabe Nr. 23 (2026) übernommen.
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