Farbe bekennen: #orangetheworld

Heute ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“. Schon in der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen wurde 1948 die Gleichstellung der Geschlechter als Menschenrecht verankert: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, heißt es in Artikel 1. Die Realität sieht allerdings anders aus. Nicht nur, dass Mädchen und Frauen überall auf der Welt benachteiligt sind, ihre Würde wird oft mit Füßen getreten. Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen überhaupt.

Der heutige „Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ will auf diese eklatanten Missstände aufmerksam machen.Täglich erleiden Mädchen und Frauen psychische, physische und sexuelle Gewalt. Mindestens eine von drei Frauen weltweit wird im Laufe ihres Lebens geschlagen, vergewaltigt oder anderen Formen der Gewalt ausgesetzt. Andere Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 70 Prozent aller Frauen betroffen sind.

Während der Corona-Pandemie ist das ohnehin schon beängstigend hohe Maß an häuslicher Gewalt geradezu explodiert. Bei strikten Ausgangssperren waren und sind von Gewalt Betroffene mit ihren Peinigern über Wochen zu Hause eingesperrt – bei zugleich eingeschränkten Schutz- und Hilfsmöglichkeiten. Das hat in vermutlich jedem Land dieser Erde zu mehr Gewalt geführt. Die UN sprechen von einer Schattenpandemie.

Der ZFD und seine Partner setzen sich für ein Ende geschlechtsspezifischer Gewalt ein

Der Zivile Friedensdienst setzt sich mit seinen Partnerorganisationen weltweit für die Einhaltung der Menschenrechte und ein Ende der Gewalt gegen Mädchen und Frauen ein. Am 25. November und selbstverständlich auch darüber hinaus. Im Folgenden möchten wir Ihnen drei eindrucksvolle Beispiele ans Herz legen, die zeigen, wie Partner des ZFD in Nepal, Bolivien und Uganda auf die Corona- und zugleich auf die Schattenpandemie reagiert haben. Anschließend erfahren Sie, wieso und seit wann der 25. November zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ erklärt wurde.

Nepal: „Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sind nicht geschlechtsneutral", weiß Lily Thapa, Gründerin der ZFD-Partnerorganisation „Women for Human Rights (WHR) zu berichten. „Alleinstehende Frauen und ihre Kinder laufen Gefahr, ausgebeutet zu werden. Und sie laufen Gefahr, soziale Ausgrenzung und geschlechtsspezifische Gewalt zu erleiden." Um sie in dieser akuten Notsituation aufzufangen, leistet WHR neben ihrem eigentlichen Advocacy- und Beratungsschwerpunkt derzeit auch humanitäre Hilfe. Mehr erfahren...

Uganda: In Uganda ist während des COVID-19-Lockdowns das Ausmaß häuslicher Gewalt stark angestiegen. Darauf haben der ZFD und seine lokalen Partner reagiert. Mittels Radio wird sensibilisiert, per Telefonberatung werden Betroffene unterstützt. Im Interview berichtet Julius Omony, nationale ZFD-Fachkraft in Uganda, von der neuen Herausforderung – und gibt einen sehr persönlichen Einblick in seinen Arbeitsalltag während der Corona-Krise. Mehr erfahren...

Bolivien: Vorkommnisse häuslicher Gewalt haben auch in Bolivien während der Corona-Pandemie extrem zugenommen. Schutz- und Hilfsmöglichkeiten jedoch sind aufgrund der Präventionsmaßnahmen begrenzt. Die ZFD-Partnerorganisation „Centro Juana Azurduy“ (CJA) steht betroffenen Frauen und Kindern trotz aller Einschränkungen weiterhin bei. Dazu wird derzeit vermehrt auf Beratung per Telefon und WhatsApp gesetzt. Mehr erfahren...


Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, auch „Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen“ (engl. International Day for the Elimination of Violence against Women), findet jährlich am 25. November statt, um auf ein Ende der Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen hinzuwirken. Hintergrund des Gedenk- und Aktionstages ist die Ermordung der drei Schwestern Mirabal. Sie wurden am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik getötet, weil sie sich gegen den damaligen Diktator Rafael Trujillo zur Wehr setzten. 1981 wurde bei einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Frauenrechtlerinnen der 25. November zum Gedenktag für die Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt ausgerufen. 1999 haben die Vereinten Nationen diesen Tag als offiziellen internationalen Gedenktag anerkannt. 2008 rief der damalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zudem die Kampagne „UNiTE to End Violence Against Women“ ins Leben, um die internationalen Anstrengungen zur Prävention und Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen stärker voranzubringen. Vielerorts bildet der 25.11. seitdem den Auftakt für einen 16-tägigen Aktionszeitraum bis zum 10. Dezember, dem „Tag der Menschenrechte“. Motto der UNiTE-Kampagne 2020 ist Orange the World: Fund, Respond, Prevent, Collect!.


Fußnote: Diese Woche wurde die neue Webseite des Zivilen Friedensdienstes freigeschaltet. Sie geht mit einer Auffrischung des Logos einher. Bitte haben Sie ein wenig Nachsicht, wenn es an der ein oder anderen Stelle noch ein wenig hakt. Wir arbeiten daran, dass alle Funktionen und Inhalte baldmöglichst wieder reibungslos laufen beziehungsweise abrufbar sind.