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Konflikt­ und Friedenspotentiale von Land

Konfliktressource Land – 
Heimat oder Produktionsgrundlage?

Land ist für die Mehrzahl der Armen in Entwicklungsländern Lebensgrundlage. Wird ihnen Land genommen, ist ihre Existenz bedroht. Auseinandersetzungen um Land sind somit oftmals zentraler Konfliktgegenstand. Wichtig für die Menschen vor Ort ist Klarheit über Zugang zu Land, Landrechte und Nutzungsformen. Aber auch strukturelle und machtpolitische Fragestellungen in Verbindung mit der Ressource Land sind von Bedeutung. Denn wer über Land bestimmt, sichert seinen gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Einfluss. Der ökonomische Wert stellt dabei lediglich eine Dimension der Bedeutung von Land dar. Von Bedeutung sind auch die soziokulturellen und religiös spirituellen Dimensionen: So wird in vielen afrikanischen Erzählungen das Land, auf dem man geboren ist, mit der Nabelschnur verglichen – der unveräußerlichen Verbindung zum Leben. Land dient in vielen Mythen als Möglichkeit, Kontakt mit den Ahnen aufzunehmen.

4 Artikel:

  • Konfliktressource Land – 
Heimat oder Produktionsgrundlage?

Etliche Konfliktlinien werden durch globale Krisen wie Ernährungskrise und Klimawandel verschärft. Die wachsende Weltbevölkerung, Verstädterung, Industrialisierung und der zunehmende Flächenbedarf für Infrastruktur und Wirtschaftszonen auch seitens ausländischer Investoren lassen Land knapp werden. Der Bedarf nach Land ist im ländlichen wie auch im städtischen Umfeld enorm. Die sehr unterschiedlichen Interessen und der Konkurrenzdruck um Flächen nehmen zu, das Konfliktpotential um Land und Wasser verstärkt sich.

  • Kambodscha: Staatlich-­zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit zur Bearbeitung von Landkonflikten

Kambodscha befindet sich auf einem langen Weg aus der Postkonfliktphase in eine moderne Demokratie. Doch noch sind viele Hürden zu überwinden, nicht zuletzt die Aufarbeitung der Vergangenheit des blutigen Khmer Rouge Systems, die Schaffung besserer Bildungschancen oder der Aufbau von Infrastruktur. Die große Mehrheit der Bevölkerung lebt in Kambodscha von der Landwirtschaft, alternative Einkommensmöglichkeiten gibt es kaum. Zugang zu Land bekommt dadurch existentielle Bedeutung. Unklare Rechtslagen und zunehmende Enteignungen verschärfen die Armut. Landkonflikte stehen in Kambodscha somit ganz oben auf der Tagesordnung.

  • Indonesien: Schutz von Land­ und Menschenrechten

Im ressourcenreichen Indonesien ist es trotz umfassender Demokratisierungsprozesse, der Beendigung gewalttätiger Konflikte und eines guten Wirtschaftswachstums bisher nicht gelungen, massive soziale Ungerechtigkeiten zu reduzieren. Ein Großteil der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Zusätzlich sind in ländlichen Regionen viele Menschen immer stärker von Landnahmen für Palmölplantagen betroffen, die durch die steigende Nachfrage nach Agrotreibstoffen begünstigt werden. In diesem Spannungsfeld globaler Veränderungen und lokaler Interessengegensätze kommt es zu einer Verschärfung von Konflikten um Ressourcen, Landnutzung und Besitzrechte. Diese gehen auch mit einer wachsenden Zahl von Menschenrechtsverletzungen einher.

  • Südafrika: Landrückgabe zwischen Gerechtigkeit und Entwicklung

Ein Dreh­ und Angelpunkt des Apartheidsystems in Südafrika war die rassistisch geprägte Landverteilung. Der schwarzen Mehrheit standen nur 13 Prozent des Landes zur Verfügung. Nicht genug zum Leben, so Nahla Valji vom „Centre for the Study of Violence and Reconciliation“ (CSVR) und „UN Women“ bei einer internationalen FriEnt­Konferenz im Januar 2010. Land hätte daher auch einen zentralen Platz im südafrikanischen Versöhnungs­ und Transformationsprozess einnehmen und in einen umfassenden Ansatz von Wiedergutmachung, Armutsbekämpfung und Geschlechtergerechtigkeit eingebettet werden müssen, so Valji im Interview.

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ZFD-Akteur

Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung

Sprache

Deutsch

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