Publikation
10 Jahre FriEnt
Im Jubiläumsjahr 2011 blickt FriEnt auf die letzten zehn Jahre entwicklungspolitischer Friedensarbeit zurück. Gemeinsam mit den FriEntMitgliedern werden daraus aktuelle Herausforderungen abgeleitet und damit verbundene Handlungsoptionen für staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure diskutiert. Dazu die folgenden drei Artikel:
- „Es gab eine große Aufbruchstimmung“
Seit nunmehr zehn Jahren fördert FriEnt den vertrauensvollen Dialog zwischen Staat und Zivilgesellschaft, regt Kooperationen an und unterstützt den Kompetenzaufbau bei seinen Mitgliedern. Im Interview erinnern sich mit Adolf Kloke-Lesch, damals für Friedensentwicklung und Krisenprävention zuständiger Referatsleiter im BMZ und Jürgen Nikolai, ehemaliger Abteilungsleiter Nahost und Afrika bei Misereor, zwei Gründungsväter, an die Anfänge der Arbeitsgemeinschaft.
- Perspektiven entwicklungspolitischer Friedensarbeit
Keine Frage: Einiges hat sich getan, seit vor etwas mehr als zehn Jahren die Prävention gewaltsamer Konflikte und entwicklungspolitische Friedensarbeit mehr Aufmerksamkeit erhielt. Den Gründervätern von FriEnt – und vielen anderen – ist es gelungen, Strukturen aufzubauen, Arbeitsansätze weiterzuentwickeln und die Thematik in der Entwicklungspolitik zu verankern.
Der diesjährige Weltentwicklungsbericht „Conflict, Security, and Development“ zeugt von dieser Entwicklung. Zentrale Erkenntnisse aus Praxis und Wissenschaft werden hier gebündelt. Er zeugt gleichzeitig von einem Trend, der sich in den letzten Jahren vollzogen hat: die Annäherung von Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik. Schon jetzt ist absehbar, dass der Bericht mit seiner griffigen Forderung nach mehr „citizen’s security, justice and jobs“ der neue Star in der Debatte um Sicherheit und Entwicklung werden wird.
Natascha Zupan
- Hürden überwinden
Ein bürgernaher Staat, eine aktive Zivilgesellschaft und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden sind notwendig, um Frieden und Entwicklung in Konfliktregionen zu fördern. Tatsächlich sind jedoch die langsamen Fortschritte auf dem Weg zu Frieden und nachhaltiger Entwicklung auch auf mangelnde Zusammenarbeit und widersprüchliche Ansätze der verschiedenen Akteure zurückzuführen. Doch wie kann ein inhaltliches und strategisches Zusammenwirken gestaltet werden, das die Anliegen staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure gleichermaßen berücksichtigt? Nach wie vor sind viele Hürden auf diesem Weg zu überwinden. Dazu gehören insbesondere verschiedene Auffassungen vom Konzept des „statebuilding“, unterschiedliche Verständnisse über die Rolle der Zivilgesellschaft und grundlegende Unstimmigkeiten über Begriffe und Ziele.
Dr. Lisa Schirch