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Kambodscha: Frieden lernen und weitergeben

An der Universität von Battambang in Kambodscha werden junge Menschen zu Trainer*innen für gewaltfreie Konfliktbearbeitung ausgebildet. Die Kurse zur Friedensarbeit sollen bald fester Bestandteil der Universitätsausbildung werden.

Als Mom zum ersten Mal vor einer Gruppe stand, um ein Training zu leiten, war sie nervös. Die junge Studentin aus der kambodschanischen Provinz Battambang hatte lange geglaubt, dass Frieden vor allem eines bedeute: kein Krieg. Heute steht Mom selbstbewusst vor ihren Teilnehmenden und vermittelt, was sie selbst gelernt hat: Frieden ist mehr als die bloße Abwesenheit von Gewalt – er ist ein Prozess, in dem wir Konflikte nicht mit Waffen lösen, sondern als Chance für konstruktiven Wandel begreifen. 

Mom ist eine von mehreren jungen Trainer*innen, die im Bildungsprojekt des ZFD-Trägers Pro Peace in Battambang ausgebildet wurden. Die Region nahe der thailändischen Grenze ist bis heute von Kambodschas Gewaltgeschichte geprägt. Die Herrschaft der Roten Khmer und der darauffolgende Bürgerkrieg haben tiefe Spuren in Familien und Gemeinden hinterlassen. Viele Traumata wurden nie aufgearbeitet und wirken bis heute fort. Armut, Diskriminierung und begrenzte Bildungschancen verschärfen die Situation in den ländlichen Gebieten zusätzlich.

Gewaltspiralen durchbrechen

Friedensarbeit bedeutet hier deshalb nicht nur, über die Vergangenheit zu sprechen. Es geht auch darum, jungen Menschen konkrete Fähigkeiten mitzugeben, um Gewaltspiralen zu durchbrechen: Wie erkenne ich Spannungen frühzeitig? Welche Vorurteile bringe ich selbst mit? Und wie kann aus einem Konflikt eine positive gesellschaftliche Veränderung entstehen?

Gemeinsam mit der Preah Sihanouk Raja Buddhist University of Battambang und der Organisation Cambodia Citizens of Hope schult Pro Peace deshalb Studierende und Mitarbeitende lokaler Organisationen in gewaltfreier Konfliktbearbeitung. Innerhalb eines Jahres haben die ausgebildeten Trainer*innen bereits mehr als 250 Menschen erreicht. Künftig sollen die Ausbildungskurse fester Bestandteil des ergänzenden Bildungsangebots der buddhistischen Universität werden. So wächst Schritt für Schritt ein Netzwerk junger Menschen, die gelernt haben, Konflikte friedlich zu bearbeiten – und dieses Wissen an andere weiterzugeben.


Diesen Text und die Fotos haben wir von der Webseite von Pro Peace übernommen.