Publikation
Die mutigen Frauen von Mitrovica
Es gab einen einzigen Moment im Leben von Valdete Idrizi, da hat sie doch gedacht, sie wäre in der Lage, einen Menschen zu hassen. Das war, als ihre Mutter von einem Serben geschlagen wurde. Doch dann besann sie sich eines anderen, sie sah dem Mann ins Gesicht, und plötzlich tat er ihr leid: »Und du dankst Gott, dass du nicht an seiner Stelle bist.« Selbst als sie nach dem Krieg mit ihrer Familie aus ihrer Wohnung geworfen und über den Fluss Ibar in den Südteil der Stadt getrieben wurde: Immer war ihr klar, »man darf es nicht auf sich beziehen. Wenn dich jemand angreift, dann nicht, weil du Valdete bist, sondern weil sie irgendjemand anderen in dir sehen.«