Publikation
Friedenstreffen bei den Tuareg
Nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes und der damit verbundenen Angst vor einem atomaren Krieg rückten innerstaatliche Konflikte und Kleinkriege in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Vielleicht weil sie so 'klein' und daher handhabbar schienen, vielleicht um neue Geldquellen zu erschließen, befasste sich nun auch die Entwicklungspolitik mit gewaltsamen Konflikten, deren Regelung sie zuvor vollständig staatlicher Diplomatie überlassen hatte. Man suchte nach Möglichkeiten der Prävention und begann den Aufbau von "Frühwarnsystemen", "Präventionsnetzwerken", "Konfliktlösungs- oder Streitregelungsmechanismen". Aufgrund der Bedingungen in Entwicklungsländern und einer eher schwach ausgeprägten Staatlichkeit wurde versucht auf traditionelle, das heißt historisch und kulturell entstandene, Mechanismen der friedlichen Konfliktaustragung oder Streitschlichtung zurückzugreifen.