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Wer am ZFD spart, spart an Frieden und Vertrauen
07.07.2026Mit dem Kabinettsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 vom gestrigen Tag setzt die Bundesregierung ein fatales Zeichen: Erneut soll in der Entwicklungszusammenarbeit drastisch gekürzt werden. Das betrifft auch den Zivilen Friedensdienst. Auch in den Folgejahren drohen weitere Kürzungen. Damit schadet Deutschland sich letztendlich selbst.
Wir fordern die Bundesregierung auf: Nehmen Sie diese Kürzungen zurück und stabilisieren Sie den Titel des Zivilen Friedensdienstes bei 65 Mio. Euro!
Denn der Zivile Friedensdienst ist ein wichtiges und unverzichtbares Element der deutschen Friedens- und Sicherheitspolitik. Tagtäglich leisten wir an hunderten kleinen Stellen weltweit wichtige Beziehungs- und Vertrauensarbeit. Wir fördern mit unseren Partnern Menschenrechte, Gerechtigkeit und die Verbindung zwischen Menschen, die sich sonst in Konflikten gewaltvoll gegenüberstehen würden. Gemeinsam unterstützen wir bei der Anpassung an den Klimawandel und federn so neu entstehende Konflikte um Ressourcen ab. Wir helfen Zivilgesellschaften nach teils jahrzehntelanger Gewalterfahrung in Kriegen und bewaffneten Konflikten bei der Aufarbeitung und der Schaffung neuer Zukunftsperspektiven.
Damit trägt der ZFD maßgeblich zu Frieden und Sicherheit weltweit bei – ein explizites strategisches Ziel der Bundesregierung. Und mehr noch: Wir leisten für Deutschland die Beziehungsarbeit an der gesellschaftlichen Basis und bauen somit Stück für Stück an dem Vertrauen, das Deutschland heute noch in der Welt genießt. Das ist weder mit militärischen, noch mit diplomatischen Mitteln allein erreichbar und deshalb unverzichtbar.
Erst vor wenigen Tagen sagte die Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan beim Tag der offenen Tür in ihrem Haus, dass wir mehr über Frieden sprechen müssen und betonte dabei die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft vor Ort. Wir stimmen zu.
Zugleich sind wir erschüttert, dass die Bundesregierung nun ausgerechnet hier weniger und nicht mehr investieren möchte.
In einer Zeit, in der Gesellschaften weltweit auseinanderdriften, Demokratien auf dem Rückzug sind und gewaltvolle Töne zunehmen, wird ausgerechnet hier gespart, während für militärische Mittel offensichtlich Schleusen geöffnet werden. Das ist ein falsches Zeichen an die Zivilgesellschaft und die Demokratie, in Deutschland und weltweit.
Wir fordern deshalb die Regierung dazu auf, die Einsparungen zurück zu nehmen und weiter in zivile Konfliktbearbeitung zu investieren. Das ist nicht nur aus menschlicher Sicht der einzig richtige Weg, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll: Jeder Euro, der hier fließt, spart mehr als 16 Euro Konfliktfolgekosten. Stärken Sie diese Investitionen!
Das Bild oben zeigt Bundesministerin Reem Alabali Radovan beim Besuch des Danktags "Die Welt im Gepäck" zusammen mit rund 200 zurückgekehrten Fachkräften aus dem Entwicklungsdienst und dem Zivilen Friedensdienst im Juni 2026 in Berlin. Foto: Stefanie Loos