Philippinen: Frieden als Profession

3.1.2019

Mehr als 40 Jahre dauert der gewaltsame Konflikt auf Mindanao nun schon an. Mit Gewalt lassen sich Konflikte aber nicht lösen. Um so wichtiger ist es, dass immer mehr Menschen lernen, wie Konflikte gewaltfei aus der Welt geschaffen werden können. Die Mindanao State University bietet daher ab sofort den Studiengang „Friedensbildung und Konflikttransformation“ an, an dessen Konzeption der ZFD maßgeblich beteiligt war.

Die Planungen zu diesem akademischen Novum haben bereits 2016 begonnen – gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen vom „Institute for Peace and Development in Mindanao“ (dt.: Institut für Frieden und Entwicklung in Mindanao). Wesentliche Ziele bei der Umsetzung des Studiengangs waren, dass er professionell ausgerichtet ist und langfristig Bestand hat. Ein vergleichbares Vorhaben war in der Vergangenheit an administrativen Hürden gescheitert, ein anderer Studiengang war zu eng auf Friedenspädagogik ausgelegt.

Bislang hatten Menschen, die sich in ziviler Konfliktbearbeitung engagieren möchten, die Wahl, kurze Weiterbildungskurse vor Ort oder teure Studienaufenthalte im Ausland zu besuchen. Ab 2019 ist es am Iligan Institute of Technology der Mindanao State University nun möglich, den Studiengang „Friedensbildung und Konflikttransformation“ zu belegen. Damit wird eine wichtige Lücke im tertiären Bildungssystem geschlossen. Es bleibt zu hoffen, dass die Ausbildung professioneller Friedenskräfte einen positiven Einfluss auf den Friedensprozess in Mindanao nehmen wird.


Das „Institute for Peace and Development in Mindanao at MSU-Iligan Institute of Technology“ (MSU-IIT IPDM) ist seit 2006 Partner des Zivilen Friedensdienstes. In den ersten zehn Jahren lagen die Schwerpunkte der Zusammenarbeit auf Friedenserziehung an Schulen, Friedensaktivitäten und -initiativen auf lokaler Ebene und auf dem Friedensprozess zwischen Regierung und der „Islamischen Befreiungsfront der Moros“ (MILF).

Mehr über das Engagement des Zivilen Friedensdienstes auf den Philippinen, insbesondere auf Mindanao finden Sie in unserem Dossier Gewaltprävention.

 

Foto: Institute for Peace and Development in Mindanao