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Interreligiöser Dialog: Frauen treten für Frieden und ihre Rechte ein
04.09.2025Die Stiftung Coast Interfaith Council of Clerics (CICC) fördert seit rund 28 Jahren den Dialog zwischen den Glaubensgemeinschaften in Kenia. Wichtig ist der Partnerorganisation des ZFD-Trägers AGIAMONDO die Weiterbildung religiöser Autoritäten, von der auch Frauen profitieren.
Vor allem, wenn es um sexualisierte Gewalt geht, ist Munira Faraj nichts zu anstrengend. Das Thema offen ansprechen, Aufklärung leisten, Betroffene schützen und nachhaltig unterstützen – dafür arbeitet die Geistliche in Mombasa an der Küste Kenias jeden Tag. Und dafür, dass mehr religiöse Führerinnen wie sie aktiv werden können, denn ihr Engagement wird dringend gebraucht. Religion bildet ein starkes Fundament für soziales Wirken in Kenia – im Positiven durch Identifikation, Zugehörigkeit und Vertrauen, aber auch als Narrativ für Themen wie Extremismus oder Frauenfeindlichkeit, die Faraj und ihre Mitstreiter*innen kontinuierlich bearbeiten.
Wie kann es gelingen, Prävention zu fördern? Wie lassen sich Menschen anderer Religionszugehörigkeiten sensibel integrieren? Was brauche ich, um andere auf diesem Weg anzuleiten? Antwort auf diese Fragen erhält Munira Faraj bei der Stiftung Coast Interfaith Council of Clerics (CICC), bei der sie schon lange Mitglied und Vorsitzende des Frauenreferats im Bezirk Mombasa ist.
Schulungen für religiöse Autoritäten
Als gemeinnützige, glaubensbasierte Organisation fördert die Stiftung den inner- und interreligiösen Dialog in Kenia. Das Angebot von Schulungen für religiöse Autoritäten stellt dabei einen wichtigen Teil des Engagements dar. Auch Munira Faraj hat an unterschiedlichen Workshops teilgenommen und sich mit gemeindebasierter und interreligiöser Friedensförderung und Konfliktlösung befasst. Darüber hinaus hat sie gelernt, wie man Führungsaufgaben übernimmt und Kapazitäten aufbaut. Diese Fähigkeiten kann sie nun einsetzen, um andere zu mobilisieren und die Probleme in ihrer Gemeinschaft wirksam anzugehen.
Weibliche Themen werden sichtbarer
Tatsächlich steigt die Anzahl der weiblichen religiösen Autoritäten, die an den Programmen des CICC teilnehmen, stetig an. Die Teilnehmerinnen holen wiederum andere Frauen und auch vermehrt junge Leute mit ins Boot, die dann wiederum ihre Themen in den Gemeinden einbringen und bearbeiten. „Diese Entwicklung zeigt, dass wir zunehmend vom Dialog ins Handeln kommen“, sagt Dr. Stephen Njuguna, der als ZFD-Fachkraft die Weiterbildungen mit konzipiert, organisiert und durchführt.
Dafür, dass sich religiöse Führungspersönlichkeiten offen zeigen gegenüber neuem Wissen zu Toleranz, Inklusion, Gleichberechtigung und interreligiösem Austausch, daran haben er und seine Kolleg*innen lange gearbeitet. Mehr Fokus auf Gemeinschaftsinitiativen und generationsübergreifende Zusammenarbeit, aber auch die Förderung männlicher Führungspersonen als Advokaten weiblicher Geistlicher wurden durch den CICC in den vergangenen Jahren vorangebracht. „Gerade die erweiterte Rolle religiöser Führungspersönlichkeiten als gleichzeitig Lernende und Lehrende hat die Verbreitung von Wissen in ihren Gotteshäusern und das Handeln in den Basisgemeinden verbessert“, sagt Njuguna. Dieses Engagement möchte der CICC in den kommenden Jahren weiter ausbauen, wobei neben den sozialen Impulsen auch der Bezug zur Forschung weiterhin einen hohen Stellenwert haben soll.
Text: Eva Maria Helm, Dr. Stephen Njuguna (ZFD-Fachkraft)
Fotos: CICC/Kenia
Das Foto oben zeigt die Geistliche Munira Faraj im Interview. Auf dem Bild in der Textmitte sind Teilnehmer*innen einer Veranstaltung der ZFD-Partnerorganisation CICC zu sehen.
Diesen Beitrag haben wir leicht gekürzt und angepasst von AGIAMONDO übernommen.
