Aktuelles
Internationaler Frauentag: Für Frieden und Gleichberechtigung
06.03.2026Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Aus diesem Anlass stellen wir drei ZFD-Projekte aus Bolivien, Kambodscha und Uganda vor, die sich in besonderer Weise für die Rechte von Mädchen und Frauen starkmachen. Denn erst wenn Frauen gleichberechtigt sind und mitbestimmen können, entstehen gerechte, nachhaltige und friedliche Gesellschaften.
Bolivien: Frauen in die Politik
Die bolivianische Partnerorganisation Centro Juana Azurduy des ZFD-Trägers Weltfriedensdienst stärkt junge Frauen darin, soziale Konflikte und Ungleichheiten in ihrem Umfeld kritisch zu analysieren. Sie lernen, ihre Anliegen öffentlich zu vertreten und sich aktiv für gewaltfreie sowie konstruktive Veränderungen einzusetzen.
Eulogia Pantoja Campaña hat an einem solchen Prozess der partizipativen Aktionsforschung teilgenommen. Heute kandidiert sie als Bürgermeisterin im Municipio Zudáñez in Bolivien – ein Schritt, der viel Mut erfordert. Denn Politik ist in Bolivien noch immer stark männlich geprägt; Gewalt und Einschüchterung gegenüber Frauen sind weit verbreitet.
Durch ihr politisches Engagement stärkt Eulogia Pantoja Campaña die Sichtbarkeit und Teilhabe von Frauen im öffentlichen Raum. Sie setzt ein wichtiges Zeichen dafür, dass Frauen politische Verantwortung übernehmen und ihre Interessen selbstbewusst vertreten können. „Kandidatin zu sein bedeutet nicht nur, sich zur Wahl zu stellen, sondern die Stimme jener zu vertreten, die lange Zeit nicht gehört wurden“, sagt sie.
Kambodscha: Erinnerungsarbeit zu sexualisierter Gewalt
Unter dem Motto „Consent Denied: Zwangsheirat und sexualisierte Gewalt unter den Roten Khmer in Kambodscha“ hat der ZFD-Träger GIZ gemeinsam mit mehreren Partnern eine neue Ausstellung realisiert. Sie ist im Rote-Khmer-Tribunal in Phnom Penh zu sehen.
Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf geschlechtsspezifischen Verbrechen während der Schreckensherrschaft der „Roten Khmer" in den 1970er Jahren. Die Organisator*innen möchten dazu beitragen, das bislang oft tabuisierte Thema der sexualisierten Gewalt aufzuarbeiten und einen generationsübergreifenden Dialog zwischen Überlebenden und Jugendlichen zu fördern.
Bereits wenige Wochen nach der Eröffnung entfaltete die Ausstellung große Wirkung: Über 3.000 Besucher*innen haben sie bislang besucht – die meisten davon junge Menschen im Rahmen von Studienbesuchen oder aus persönlichem Interesse.
Uganda: Landrechte von Frauen
In Uganda spielen Frauen eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft, stehen jedoch vor großen Hürden, wenn es darum geht, Land zu besitzen und zu kontrollieren. Das Gewohnheitsrecht bevorzugt nach wie vor Männer als primäre Landbesitzer und Entscheidungsträger. Aus diesem Grund bietet LANDnet Uganda, ein Partner des ZFD-Trägers GIZ, Schulungen für Frauen und marginalisierte Gruppen an. Gloria Lanyero, eine Frau aus dem Distrikt Gulu im Norden Ugandas, hat daran teilgenommen. Sie sagt: „Die Schulung machte mir bewusst, dass ich meine Situation mit meinem neuen Wissen über rechtliche Instrumente, die Frauen helfen, ihre Rechte zu erhalten, zum Besseren verändern kann. Mir wurde klar, dass ich nicht das Eigentum von jemand anderem bin, sondern dass ich selbst Eigentum besitzen und produktiv nutzen sollte, um wirtschaftlich unabhängig zu werden.“ Heute baut sie auf einem eigenen Stück Land Obstbäume an und hält Tiere. Gestärkt durch ihren Erfolg wurde Gloria Lanyero Mitgründerin einer registrierten Vereinigung namens Land Rights Champions Association. Die Vereinigung engagiert sich für die Sensibilisierung zu Landrechten und vermittelt in Landstreitigkeiten.
Das aktive und passive Wahlrecht einzufordern war die zentrale Forderung des ersten Internationalen Frauentags 1911 in Deutschland, mehreren europäischen Ländern und den USA. Mehr als eine Million Frauen gingen dafür auf die Straße. In den Folgejahren schlossen sich Frauen in weiteren Ländern an und setzen sich für gleiche Rechte von Frauen und Männern ein. 1977 forderte die Generalversammlung der Vereinten Nationen ihre Mitgliedsstaaten auf, einmal jährlich einen Tag für die Rechte der Frau auszurichten. In den meisten Ländern wird dieser Tag seitdem am 8. März begangen und als Internationaler Frauentag oder Weltfrauentag bezeichnet.
Das Foto oben zeigt Eulogia Pantoja Campaña (Foto WFD).
In der Textmitte ist eine Besucherin der Ausstellung im Rote-Khmer-Tribunal in Phnom Penh zu sehen (Foto: GIZ).
Unten sehen Sie ein Bild von Gloria Lanyero (Foto: GIZ).