20 Jahre ZFD: Konstruktiv streiten lohnt sich

22.11.2019

Heute wird der Zivile Friedensdienst 20 Jahre alt: Am 22.11.1999 wurden die ersten ZFD-Fachkräfte verabschiedet, um Menschen und Organisationen in Krisen- und Konfliktregionen bei ihrer Friedensarbeit zu unterstützen. Entwicklungsminister Müller sagte anlässlich des 20-jährigen Bestehens: „Frieden ist die Basis von allem: Ohne Frieden ist die Überwindung von Armut, von Hunger, Not und Elend weltweit nicht möglich. Der ZFD leistet seit 20 Jahren hervorragende Arbeit in einer Zeit, in der globaler Frieden nötiger ist denn je.“ Pünktlich zum Geburtstag ist unsere Jubiläumsbroschüre FRIEDEN KANN erschienen. 

Auch zwanzig Jahre nach seiner Gründung könnte das Anliegen des Zivilen Friedensdienstes nicht aktueller sein. Weltweit verschärfen Populismus und gewaltvolle Konflikte gesellschaftliche Spannungen. Es braucht dringend ein Gegengewicht, das eint und nicht spaltet. „Wenn lautstark gefordert wird, dass Deutschland sich stärker für Frieden und Sicherheit einsetzen soll, entgegnen wir aus tiefer Überzeugung: Deutschland hat mehr zu bieten als militärische Interventionen“, sagt Alexander Mauz, Sprecher des Konsortiums Ziviler Friedensdienst. „Mit dem ZFD steht ein Programm zur zivilen Konfliktbearbeitung und Krisenprävention bereit, das sich seit 1999 in über 600 Projekten bewährt hat.“

Eine Gesellschaft kann sich nur in Richtung Frieden, Demokratie und Stabilität entwickeln, wenn Gewalt verhindert und der Dialog in Gang gebracht wird. Der ZFD und seine Partner schaffen dafür die Voraussetzungen. In Guinea wurde beispielsweise aus einer lokalen Initiative zur Gewaltprävention eine nationale Friedenskoalition. In Kolumbien konnten indigene Gruppen ihre Anliegen in den Friedensvertrag einbinden. In Kenia entstand ein neues Zentrum für Verständigung zwischen den Religionen. Konstruktiv streiten lohnt sich, auch wenn die Arbeit des Zivilen Friedensdienstes oft modellhaft bleiben muss. Gerade einmal 330 ZFD-Fachkräfte sind derzeit in 45 Ländern aktiv. „Mit mehr Mitteln könnte das ungenutzte Potential ziviler Friedenarbeit in den nächsten zwanzig Jahren durchaus stärker ausgeschöpft werden“, sagt Mauz.

Was zivile Friedensarbeit bewirken kann, zeigt die just veröffentlichte
Jubiläumsbroschüre FRIEDEN KANN – ABER WIE KANN FRIEDEN WERDEN?

Die Broschüre steht wie das gesamte Jubiläumsjahr unter dem Motto FRIEDEN KANN. Eine Antwort auf die Frage ABER WIE KANN FRIEDEN WERDEN? ist der Zivile Friedensdienst. Anhand 20 erfolgreicher Projekte zeigen wir in der Broschüre, wie unsere Fachkräfte in enger Zusammenarbeit mit ihren lokalen Partnern dazu beitragen, den Frieden zu mehren. Die 20 Beispiele stellen Projekte aus allen Regionen der Erde vor:

  • Afrika: Burundi, Demokratische Republik Kongo, Guinea, Kamerun, Kenia, Mali, Simbabwe
  • Asien: Kambodscha, Myanmar, Nepal, Philippinen
  • Europa: Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, Ukraine
  • Lateinamerika: Bolivien, Guatemala, Kolumbien, Mexiko
  • Naher Osten: Israel und Palästinensische Gebiete, Libanon

Die Konfliktlagen vor Ort unterscheiden sich zum Teil erheblich voneinander. Das erfordert ein gut durchdachtes Vorgehen, das auf die jeweilige Situation zugeschnitten ist. Das macht die Herausforderung und die Vielfalt ziviler Friedensarbeit aus. Doch eines eint die Projekte, die Erkenntnis: FRIEDEN KANN WERDEN.

Die 56-seitige Broschüre steht ab sofort zum Download und zur Bestellung bereit.

Die englischsprachige Fassung der Broschüre ist in Arbeit und wird bis zur Jubiläumsfeier 20 JAHRE ZFD fertiggestellt. Bei der Veranstaltung am 4. Dezember 2019 in Berlin werden 20 ZFD-Partner und Fachkräfte aus elf Ländern lebendige Einblicke in ihre Arbeit vor Ort geben, beispielsweise Nenad Vukosavljević aus Serbien, der mit Kriegsveteranen auf dem Balkan Frieden fördert, die Anwältin Nelly Njoki, die sich in Kenia für Menschenrechte und eine stärkere Beteiligung von Frauen in der Politik einsetzt, und Padre Dario Echeverri González, der in Kolumbien an den Friedensverhandlungen mit der FARC beteiligt war.