Projekt

Zurück in die Zukunft: gemeinsam erinnern, gemeinsam gestalten

ZFD-Akteur

Forum Ziviler Friedensdienst

Projektland

Kambodscha

Projektlaufzeit

2019 bis 2020

Konfliktkontext: Die Geschehnisse während der Herrschaft der Roten Khmer und jahrzehntelange Bürgerkriege werfen nach wie vor Schatten auf die kambodschanische Gesellschaft. Die roten Khmer (zwischen 1975 und 1979 unter Pol Pot an der Macht), gelten als eines der brutalsten Terror-Regime der modernen Geschichte. In nur vier Jahren starb unter ihrer Führung etwa ein Viertel der Bevölkerung durch Zwangsarbeit, Hungersnöte, Folter und Mord. Erst 1991 wurde in Kambodscha ein Friedensvertrag unterzeichnet da sich nach dem Fall der roten Khmer weitere Auseinandersetzungen anschlossen. Zwar befindet sich Kambodscha heute in verschiedenen Wandlungsprozessen: von einer Kriegs-zu einer Friedensgesellschaft, von einer Diktatur zu einer Demokratie, von einer Plan- zu einer Marktwirtschaft und von einer traditionellen agrarischen zu einer modernen urbanen Gesellschaft. Durch die Gewalterfahrungen sind jedoch viele Menschen schwer traumatisiert. Auch der historisch bedingte Rassismus gegenüber ethnischen und religiösen Minderheiten (u.a. Thai und Vietnamesinnen und Vietnamesen) führt zu gesellschaftlichen Konflikten. Eine Aufarbeitung der gewaltvollen Vergangenheit hat vielerorts bisher nicht stattgefunden. Dies behindert das Land in seiner Entwicklung hin zu Frieden, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.

Projekt: Der ZFD knüpft mit seinem Engagement in Kambodscha an drei wesentlichen Herausforderungen an: die gewaltvolle Vergangenheit aufarbeiten, die gesellschaftlichen Gräben überwinden und eine konstruktive Konfliktkultur etablieren. Voraussetzung für die Entstehung einer inklusiven Gesellschaft in Kambodscha, in der Konflikte in nachhaltiger Weise auf der persönlichen und gesellschaftlichen Ebene gewaltfrei bearbeitet werden können, ist der konstruktive Umgang mit den Folgen der gewaltsamen Vergangenheit. Dabei ist auch der Umgang mit den Rollen, die verschiedene ethnische Gruppen innerhalb der Gesellschaft in den Konflikten gespielt haben und nach wie vor spielen, von entscheidender Bedeutung. Es gilt unter anderem, die vorherrschenden Narrative der Khmer-Mehrheit und die Narrative der verschiedenen Minderheitengruppen kritisch zu hinterfragen und in den Austausch zu bringen. Gleichzeitig müssen hierarchische und auf Angst beruhende Strukturen aufgebrochen werden, die einer konstruktiven Konfliktaustragung entgegenwirken. Dabei kommt der jungen Generation im Land eine wichtige Rolle zu. Jüngere Menschen sollen in die Lage versetzt werden, sich über verschiedene gesellschaftliche Gruppen hinweg für eine gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten und die Förderung einer inklusiveren Gesellschaft einzusetzen. Durch diese beiden Strategien wird die Entwicklung hin zu einer gemeinsamen, inklusiven Identität der Menschen in Kambodscha und damit zu einem nachhaltigen positiven Frieden unterstützt.

Projektpartner

Khmer Kampuchea Krom for Human Rights and Development Association (KKKHRDA)
Preah Sihanouk Raja Buddhist University Battambang (PSRBUBB)

Projektstandorte

Battambang
Phnom Penh

Zielgruppen

Mitarbeitende in den Partnerorganisationen, in Bildungseinrichtungen und Repräsentanten und Repräsentantinnen verschiedener Gruppen

ZFD-Fachkräfte (im Einsatz)

3

Stand

4. Quartal 2020