Projekt

Vorstudie zu einem Ausbau des ZFD-Engagements in Zentralamerika

ZFD-Akteur

Brot für die Welt

Projektland

El Salvador
Guatemala
Honduras
Zentralamerika

Projektlaufzeit

2020

Konfliktkontext: Viele Konflikte, einschließlich ihrer Ursachen und Folgen, ähneln sich in den Ländern Zentralamerikas (hier vor allem im Augenschein: EI Salvador, Guatemala, Honduras) wie auch im Süden Mexikos. Das Leben ist stark von Ungerechtigkeit und Gewalt geprägt. Instabile politische Verhältnisse, schwache staatliche Institutionen, Korruption, Menschenrechtsverletzungen und organisierte Kriminalität bestimmen das gesellschaftliche Geschehen. Eine Kultur der Straflosigkeit ist verbreitet: Straftaten werden oft nicht verfolgt und geahndet. ln allen Ländern herrscht ein hohes Maß an Gewalt im Alltag, vor allem gegenüber Frauen. Ein Kernproblem ist die soziale Ungleichheit, die bestehende, teils auch zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich: Einkommen, Eigentum und Landbesitz sind extrem ungleich verteilt. Ungelöste Fragen um Landtitel und Raubbau an der Natur kommen verschärfend hinzu. Angesichts dieser Situation und fehlender ökonomischer Perspektiven überqueren pro Jahr rund 50.000 Migrantinnen und Migranten aus Zentralamerika die Grenze Mexikos, um nach Nordamerika zu gelangen. Auf dem Weg werden sie Opfer von Menschenhandel, Gewalt, Entführung und Vergewaltigung. Trotzdem brechen die Menschen auf, solange sie in ihren Gesellschaften keine Möglichkeit der politischen und wirtschaftlichen Veränderung erkennen. El Salvador und Guatemala leiden außerdem unter den Schatten der zurückliegenden Bürgerkriege. Anfang der 1990er-Jahre wurden die Kriege zwar beendet, doch die Kriegsverbrechen wurden nicht ausreichend aufgearbeitet. Die Verantwortlichen wurden zum großen Teil weder identifiziert noch verurteilt. Die zahlreichen Opfer erhielten keine Wiedergutmachung und viele Menschen sind bis heute traumatisiert. Versöhnung wurde nicht erreicht. Das Geschehene wurde und wird weitgehend verdrängt, prägt das Leben daher umso mehr.

Projekt: Der ZFD hat den Anspruch, seine Projekte auf einer soliden Basis aufzubauen. Es geht nicht um blinden Aktionismus, sondern um sinnvolles Handeln mit nachhaltiger Wirkung. Bevor ein Projekt beginnt, wird daher analysiert, welche Maßnahmen mit welchen Partnerorganisationen überhaupt Erfolg versprechen. Genau darum geht es in dieser Vorstudie in Zentralamerika, bei der insbesondere die Länder Guatemala, El Salvador und Honduras unter die Lupe genommen werden. In Anbetracht der eingeschränkten Reisemöglichkeiten aufgrund der Corona-Pandemie wird die Vorstudie in enger Abstimmung mit der Verbindungsstelle des ZFD-Trägers Brot für die Welt in Costa Rica durch lokal ansässige Consultants durchgeführt. Aufgrund des breiten Netzwerks des ZFD in Zentralamerika kann die Vorstudie auch unter diesen Bedingungen erfolgen. Sie hat das Ziel, Antworten auf folgende Fragen zu erarbeiten:

  • Wie ist die aktuelle Lage, welche Konflikte stehen im Vordergrund?
  • Was sind die Konfliktursachen, welche Akteure sind beteiligt?
  • Welche Faktoren verschärfen die Konflikte, was wirkt deeskalierend?
  • Was sind mögliche Ansatzpunkte für den ZFD?
  • Welche Partnerorganisationen kommen in Frage?
  • Welchen Bedarf haben die potenziellen Partnerorganisationen?

Der ZFD ist bereits in mehreren Ländern Zentralamerikas tätig: in El Salvador, Guatemala, Honduras und Mexiko. Daher wird die vorhandene Expertise einbezogen und über Möglichkeiten der Vernetzung und Zusammenarbeit nachgedacht. Darüber hinaus wird mit weiteren Akteuren vor Ort gesprochen, von den Botschaften bis hin zu Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit. Auf Basis dieser Vorstudie wird schließlich eine Einschätzung formuliert, wie sich der ZFD-Träger Brot für die Welt in Zentralamerika einbringen, mit wem er zusammenarbeiten und was er mit welchen Mitteln erreichen kann. Diese Einschätzung ist die wesentliche Grundlage für die konkrete Projektplanung. Das Hauptaugenmerk wird bei der vorliegenden Vorstudie auf die potentielle Arbeit mit jungen Frauen und Männern gerichtet, welche die große Mehrheit der Bevölkerung bilden. Sie sollen in die Lage versetzt werden, ihr Potenzial in ihren Herkunftsregionen zu entfalten, anstatt sich auf den gefährlichen und meist aussichtslosen Weg in Richtung USA zu machen.

ZFD-Fachkräfte (im Einsatz)

0

Weitere Informationen

Dieses Projekt wird mit Mitteln aus der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Stand

4. Quartal 2020