Projekt

Stärkung von Bürgerbeteiligung und der gewaltfreien Austragung von Konflikten

ZFD-Akteur

Brot für die Welt

Projektland

Demokratische Republik Kongo

Projektlaufzeit

2017 bis 2020

Konfliktkontext: Das Leben in der DR Kongo ist wie in der gesamten Region seit Jahrzehnten durch Krieg und Gewalt geprägt. Offiziell wurde der Bürgerkrieg in der DR Kongo 2003 beigelegt. Besonders im Osten leidet die Bevölkerung aber weiterhin unter den mehr als 70 bewaffneten Gruppen. Nicht weniger gefürchtet sind oft Armee und Polizei. Die Kontrolle über die Bodenschätze des Landes ist umkämpft; die Einnahmen kommen nur einer kleinen Minderheit zugute. Schätzungsweise 4,5 Millionen Kongolesinnen und Kongolesen haben in anderen Landesteilen Schutz vor der Gewalt gesucht. Über 800.000 Menschen sind in andere Länder geflüchtet. Hinzu kommt, dass Wirtschaft und Infrastruktur am Boden liegen. Rechtsstaatliche Strukturen und öffentliche Dienstleistungen sind nur schwach ausgeprägt. Die Menschenrechtssituation hat sich in den letzten Jahren erheblich verschlechtert. Die Gesellschaft ist zunehmend zersplittert. Seit 2016 hat sich die Situation weiter zugespitzt. Obwohl seine zweite – und damit laut Verfassung letztmögliche – Amtszeit Ende 2016 auslief, blieb Präsident Joseph Kabila im Amt. Dies führte zu zahlreichen Protesten, die zum Teil mit massiver Gewalt niedergeschlagen wurden. Auch Opposition, Medien und Zivilgesellschaft werden mit Härte angegangen. Am 30. Dezember 2018 fanden schließlich Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Als neuer Präsident wurde Félix Tshisekedi vereidigt. Das Wahlergebnis ist jedoch stark umstritten. Als tatsächlicher Sieger gilt vielen Martin Fayulu. Dafür sprechen unter anderem die Ergebnisse der rund 40.000 Wahlbeobachter und -beobachterinnen der katholischen Kirche sowie mutmaßliche Zahlen der Wahlkommission, die ein Whistleblower internationalen Medien zuspielte. Vor diesem Hintergrund ist eine weitere Eskalation der Lage in der DR Kongo nicht auszuschließen.

Projekt: Die Fachkräfte des ZFD unterstützen lokale Initiativen sowie kirchliche und zivilgesellschaftliche Gruppen in ihrer Arbeit für den Frieden. Die Partner setzen sich insbesondere für einen gestärkten sozialen Zusammenhalt und einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten ein. Das Zusammentreffen von Jugendlichen verschiedener ethnischer Gruppen in sogenannten „Peace Clubs“ beispielsweise baut Vorurteile ab und beugt Gewalt vor. Friedenspädagogische Ansätze an Schulen tragen dazu bei, dass Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler Konflikte im schulischen, beruflichen und sozialen Umfeld zunehmend gewaltfrei austragen. Lokalradios setzen der Verbreitung von Gerüchten, die Vorurteile und Konflikte nähren, eine faktenbasierte und ausgewogene Berichterstattung entgegen. Lokale Gemeinschaften werden befähigt, sich aktiv für den sozialen Zusammenhalt einzusetzen, und der Manipulation durch politische Akteuren oder bewaffnete Gruppen zu widerstehen. Jugendliche und junge Erwachsene werden dabei unterstützt, sich aktiv in öffentliche Angelegenheiten einzubringen und ihre Perspektiven in der kongolesischen Gesellschaft zu erweitern. Die ZFD-Partner konnten bereits wichtige Impulse setzen, beispielsweise dadurch, dass sie lokale Gemeinschaften bei der Aushandlung lokaler Entwicklungspläne unterstützten. Indem sie unterschiedliche Gruppen zusammenbringen, gelingt es, Vorurteile zu entkräften und stattdessen Brücken zu bauen, die der Zersplitterung der Gesellschaft entgegenwirken. Indem sie Jugendlichen Alternativen zur Gewalt aufzeigen, wird das Konfliktpotenzial, das auch im Alltag extrem ausgeprägt ist, wirkungsvoll entschärft.

Projektpartner

Centre Congolais de l’Enfant et de la Famille (CCEF), Kinshasa
Collectif des Radios et Télévisions Communautaires du Nord Kivu (CORACON), Goma
Commission Justice, Paix et Sauvegarde de la Création (JPSC), Goma
ECC - Centre de Formation en Management et Développement Organisationnel (CEFORMAD), Kinshasa
ECC - Communauté Baptiste au Centre de l’Afrique (CBCA)
ECC - Coordination Provinciale des Ecoles Conventionnées Protestantes (CP-ECP), Bukavu, Süd Kivu
ECC - Département Femme et Famille (DFF), Matadi, Congo Central
ECC – Centre d’Apprentissage Professionnel et Artisanal (CAPA), Bukavu
ECC- Réseau d’Innovation Organisationnel (RIO), Bukavu, Süd Kivu
ECC-Service d’Appui au Développement Régional Intégré (SADRI), Lubumbashi, Katanga
Eglise du Christ au Conga (ECC)
La Voix des Sans-Voix (VSV), Kinshasa
Ligue des Femmes pour le Développement et l’Education à la Démocratie (LIFDED), Kinshasa
Young Women's Christian Association DR Congo (YWCA-DRC)

Projektstandorte

Bukavu
Goma
Kinshasa
Lubumbashi
Matadi

Zielgruppen

Lokale Gemeinschaften, Jugendliche und junge Erwachsene, Medienschaffende, Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtler, allgemeine Bevölkerung

ZFD-Fachkräfte (im Einsatz)

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Weitere Informationen

ECC = Eglise du Christ au Congo (bei den genannten ECC-Partnern handelt es sich um Unterorganisationen bzw. Gliedkirchen der ECC)

Stand

4. Quartal 2020