Projekt

Lokale Kräfte stärken: für Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden

ZFD-Akteur

KURVE Wustrow - Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion

Projektland

Myanmar

Projektlaufzeit

2020 bis 2023

Konfliktkontext: Nach Jahrzehnten militärischer Diktatur begann 2011 ein Prozess der politischen und gesellschaftlichen Öffnung. Ein Meilenstein war die Parlamentswahl 2015, die Myanmar den ersten zivilen Präsidenten seit über 50 Jahren brachte. Doch das Militär übt weiterhin einen großen Einfluss aus. Ihm unterstehen per Verfassung die Ministerien für Inneres, Verteidigung und Grenzangelegenheiten, außerdem 25 Prozent der Parlamentssitze. Zudem ist die Gesellschaft des Vielvölkerstaates mit 135 anerkannten Ethnien stark gespalten. Seit Jahrzehnten kommt es zu gewaltsamen Konflikten mit bewaffneten Rebellengruppen. Die Diskriminierung von Minderheiten ist weit verbreitet. Auch die Verfassung gewährt ihnen nicht die geforderten Rechte. Nicht alle Ethnien sind überhaupt anerkannt, so zum Beispiel die Rohingya. Im Dialog zur nationalen Aussöhnung, den die neue Regierung verfolgt, werden nicht alle Bevölkerungsgruppen berücksichtigt. So dauern die Kämpfe in manchen Landesteilen an, obwohl 2015 ein Waffenstillstand mit acht Rebellengruppen vereinbart werden konnte. Soziale Ungerechtigkeit, Armut, Konkurrenz um Ressourcen und Land wie auch die Schatten der Vergangenheit bergen ein großes Konfliktpotential. Hinzu kommt die Enteignung von Bäuerinnen und Bauern im Zuge großer Infrastrukturprojekte und durch unkontrolliertes „Landgrabbing“. Spannungen entstehen auch durch die Rückkehr von mehreren hunderttausend Binnenvertriebenen und ins Ausland Geflüchteten. Der Weg zu Frieden und Demokratie bleibt weiterhin steinig und fragil.

Projekt: Die politischen Reformen haben der Zivilgesellschaft größere Handlungsmöglichkeiten gebracht. Sie verfügt derzeit aber noch nicht über ausreichend Erfahrungen, Kapazitäten und geeignete Zugänge, um sich wirkungsvoll Gehör zu verschaffen. Daher stärkt der ZFD zivilgesellschaftliche Organisationen in ihrem Engagement. Sie werden in ziviler Konfliktbearbeitung, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit geschult und in ihrer Organisationsentwicklung beraten. Dadurch können sie effektiver arbeiten und letztlich mehr erreichen. Die unterstützen Partner setzen sich insbesondere für Minderheitenrechte, für mehr Verständnis zwischen den Bevölkerungsgruppen und eine größere Teilhabe von Jugendlichen und Frauen ein. Im (in)formellen Bildungssektor wird daran gearbeitet, ein ausgewogenes und inklusives Verständnis zu verbreiten. An den meisten Schulen werden die Ursachen der Konflikte nur einseitig aufbereitet und die Vielfalt des Landes negiert. Stattdessen wird das Ideal eines einheitlichen Staates mit einer einheitlichen Kultur propagiert. Die Partnerorganisation „Mote Oo“ hat konfliktsensible Lehrmaterialien in Sozialwissenschaften, Friedens- und Ziviler Bildung und in Englisch erstellt. Die „Kalyana Mitta Foundation“ macht Lehrkräfte des formellen Bildungssektors mit ihrem Ausbildungsprogramm „Education for Peace“ zu „Botschafterinnen und Botschaftern des Friedens“. Die Organisation hat außerdem rund 30 Alumni-Gruppen in ganz Myanmar aufgebaut, die nun auf lokaler Ebene aktiv sind. Die soziale Bewegung „Generation Wave“ setzt sich mit kreativen Mitteln für mehr Demokratie und gesellschaftlichen Wandel ein. Sie schulen außerdem lokale Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft in Dialogfähigkeit und gewaltfreier Kommunikation. Die „Ar Yone Oo Social Development Association“ setzt vor allem auf ausgewogene Information, Weiterbildung in ziviler Konfliktbearbeitung und inklusiven Dialog, um die Entwicklung Myanmars in Richtung Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden voranzubringen.

Projektpartner

Ar Yone Oo Social Development Association
Generation Wave (GW)
Kalyana Mitta Foundation (KMF)
Mote Oo

Projektstandorte

Landesweit
Yangon

Zielgruppen

Mitarbeitende zivilgesellschaftlicher Organisationen, Jugendliche, Frauen, Lehrkräfte

ZFD-Fachkräfte (im Einsatz)

2

Stand

2. Quartal 2021