Projekt

Land- und Ressourcenkonflikte bearbeiten, um Gewalt zu mindern

ZFD-Akteur

AGIAMONDO

Projektland

Uganda

Projektlaufzeit

2016 bis 2020

Konfliktkontext: Uganda ist bekannt für seine beindruckende Natur und das angenehme Klima. Es herrschen sehr gute Bedingungen, um erfolgreiche Landwirtschaft zu betreiben. Das Land ist reich an Ressourcen und Rohstoffen. Trotz dieser guten Voraussetzungen ist Uganda eines der ärmsten Länder der Welt mit einem extrem hohen Bevölkerungswachstum. Landnutzung und Landbesitz sind immer wieder Ursache für gewaltvolle Konflikte. In weiten Teilen Ugandas ist das Land nicht offiziell registriert, die Menschen besitzen gerade im ländlichen Raum keine Landtitel. In den letzten Jahren steigen die Preise für Land, da die stark wachsende Bevölkerung sich immer wieder neue Flächen erschließen muss. Die Mehrzahl der Bevölkerung ist darauf angewiesen, ein eigenes Stück Boden zu bewirtschaften, um die tägliche Versorgung mit Nahrungsmittel zu gewährleisten. Dies führt regelmäßig zu Konflikten innerhalb von Familien und zwischen Gemeinden. Inzwischen kommt es zu Landkonflikten auf allen gesellschaftlichen Ebenen: im familiären Kontext, zwischen Gruppen mit unterschiedlicher Lebensweisen (Viehhaltung versus Landwirtschaft), innerhalb und zwischen ethnischen Gruppen bis hin zu großflächigem Landgrabbing durch Investoren, von dem ganze Gemeinden betroffen sind. Ressourcenfunde im Norden und Nordosten (Erdöl, Marmor, Diamanten, Gold und weitere seltene Metalle) führen dazu, dass Investoren mit Hilfe von Regierungsbeamten Land vereinnahmen, um diese Rohstoffe auszubeuten. Staatliche und traditionelle Institutionen sind mit den Problemen überfordert oder selbst involviert. Verschärft werden die Konflikte durch das hohe Bevölkerungswachstum, die infrastrukturelle Isolation der ländlichen Regionen, die Perspektivlosigkeit der Menschen und die auf allen Ebenen vorzufindende Korruption. Die Konflikte und die Gewalt der Vergangenheit (Lord‘s Resistance Army, West-Nile-Konflikt, Pastoralistenkonflikte) haben tiefe Wunden in der Bevölkerung hinterlassen. Bestehende Konfliktherde schwelen unter der Oberfläche einer scheinbar „befriedeten“ Region weiter. Die Traumatisierung durch die gewaltsame Vergangenheit und die weitverbreitete Armut ergeben in Kombination mit den akuten Konflikten um Land und Ressourcen ein Konfliktpotential, das schnell in Gewalt mündet. Der Zuzug von mehr als einer Million Geflüchteten, vor allem aus der DR Kongo und dem Südsudan, erhöht den Druck ebenfalls. Uganda zeichnet sich durch eine Flüchtlingspolitik aus, die weltweit als beispielhaft gilt. Allerdings geraten die Aufnahmegemeinden an ihre Belastungsgrenze.

Projekt: Das Projekt ist in vier Regionen im Norden und Nordosten Ugandas angesiedelt (West Nile, Norduganda, Teso und Karamoja-Region). Neben der gewaltfreien Bearbeitung von Land- und Ressourcenkonflikten wird auch der Dialog zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen angeregt. Der Schwerpunkt des Projektes liegt in der Stärkung lokaler Kapazitäten, insbesondere durch Training und Beratung. Die Fachkräfte des ZFD schulen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ziviler Konfliktbearbeitung und gewaltfreier Kommunikation. Gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen eröffnen die ZFD-Fachkräfte Räume für Dialog und Verständigung, die ein Umdenken zu Gewaltfreiheit erleichtern und Wege der Versöhnung vorbereiten sollen. Auch der Dialog zwischen Konfliktparteien (zum Beispiel den Betreibern einer Zementfabrik und der lokalen Bevölkerung) wird initiiert, damit Konflikte konstruktiv bearbeitet werden können. Durch die bestehenden Strukturen der katholischen Friedens- und Gerechtigkeitskommissionen stärken die ZFD-Fachkräfte mit ihren lokalen Kolleginnen und Kollegen benachteiligte Bevölkerungsgruppen, damit sie ihre Position besser behaupten können. Insgesamt werden mit diesem Projekt derzeit drei katholische Diözesen, zwei Netzwerke von christlichen Organisationen, eine internationale Nichtregierungsorganisation und drei zivilgesellschaftliche Organisationen in ihren Bemühungen unterstützt, die bestehenden Probleme friedlich beizulegen.

Projektpartner

Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Diözese Gulu
Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Diözese Kotido
Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Diözese Moroto
Abteilung Landrechte der Diözese Moroto
Acholi Religious Leaders Peace Initiative (ARLPI)
Advance Afrika
Facilitation for Peace and Development (FAPAD)
Jesuit Refugee Service (JRS)
John Paul II Justice and Peace Centre
Justice and Peace Desk/Caritas
Teso Religious Leader's Efforts for Peace and Reconciliation (TERELEPAR)

Projektstandorte

Adjumani
Gulu
Kampala
Kotido
Moroto
Soroti

Zielgruppen

Mitarbeitende in kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, benachteiligte Gruppen und Geflüchtete sowie die lokale Bevölkerung in den Projektgebieten

ZFD-Fachkräfte (im Einsatz)

6

Stand

3. Quartal 2020