Projekte

Grenzübergreifend: Konflikte schlichten, Gewalt verhindern, Versöhnung fördern und Traumata heilen

ZFD-Akteur: Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe
Projektland: BurundiDR KongoRuanda
Projektlaufzeit: 
2014 bis 2017

Konfliktkontext: Die Region der Afrikanischen Großen Seen wird seit Jahrzehnten durch Bürgerkriege und gewaltsam ausgetragene Konflikte gebeutelt. In den vergangenen 20 Jahren wurden hier mehrere Millionen Menschen Opfer von Gewalt, Massakern und Vertreibung. In den Ländern der Region  werden jedoch wichtige Schritte auf dem Weg zum Frieden unternommen. So wurden beispielsweise die Bürgerkriege in Burundi 2005 und in der DR Kongo 2003 offiziell beendet. Die Lage bleibt allerdings angespannt. Manche Regionen wie etwa der Ostkongo werden weiterhin regelmäßig von Gewalt erschüttert. Auch in anderen Regionen ist die Situation instabil. Konfliktursachen sind nur unzureichend behoben, Gräueltaten nicht aufgearbeitet, Versöhnung nicht erreicht. Demokratische Strukturen sind längst nicht etabliert und gefestigt. Hunderttausende Geflüchtete sind weder im Gastland integriert, noch erfolgreich in ihre Heimat zurückgeführt. So bleibt das Konfliktpotenzial bestehen. Jedes Land an den Großen Seen hat seine spezifischen Herausforderungen aufgrund der individuellen Geschichte und Gegebenheiten. Doch bestehen auch enge Verknüpfungen: Denn erstens sind manche Konflikte durch grenzübergreifende Spannungen bedingt.  Zweitens waren die Auswirkungen der Konflikte innerhalb eines Landes immer auch im Nachbarland zu spüren – schon allein durch die Vielzahl derer, die vor Krieg und Gewalt in ein benachbartes Land fliehen mussten.

Projekt: Im Regionalprogramm Große Seen wird die Friedensarbeit des ZFD in den Ländern Kongo, Burundi und Ruanda verbunden. Dadurch werden Synergien geschaffen: Fachkräfte und ihre Partnerorganisationen profitieren vom gegenseitigen Austausch und können gemeinsam grenzüberschreitend aktiv werden. Das Programm richtet sich einerseits an Menschen, die vor Krieg und Gewalt geflohen sind. Sie werden dabei unterstützt, in ihre Heimat zurückzukehren oder sich im Gastland zu integrieren. Traumatisierte Menschen, insbesondere von Gewalt betroffenen Frauen, erfahren professionelle psycho-soziale Unterstützung. Das Programm engagiert sich außerdem in der Aufarbeitung und Versöhnung sowie in der gewaltfreien Konfliktbearbeitung. Dadurch sollen auf regionaler Ebene Frieden und Demokratie gefördert werden. Durch Bildungs- und Informationsarbeit werden Bürgerbeteiligung, Menschenrechtsfragen und Konfliktursachen thematisiert. Mediatorenteams der Partnerorganisationen sind auch ganz konkret in der Streitschlichtung aktiv. Sie gelten als unbestechlich und allparteilich, und erfahren zunehmend Respekt und Nachfrage. Durch die Verwurzelung der Partnerorganisationen kann direkt an der Basis mit der Bevölkerung gearbeitet werden. So wird der Friedensprozess auf lokaler Ebene angeregt. Darüber hinaus zeigt die Arbeit auf regionaler und nationaler Ebene Wirkung. Dies gelingt einerseits über die kirchlichen Strukturen (etwa die Kooperation der Diözesen) und die Vernetzung der zivilgesellschaftlichen Partnerorganisationen. Andererseits auch durch die länderübergreifende Zusammenarbeit.

Zielgruppen: 
Gesellschaftsgruppen in der Region der Großen Seen, die Opfer von Gewalt und Konflikten sind
ZFD-Fachkräfte (im Einsatz): 
5
Stand: 
3. Quartal 2017