Projekte

Es geht auch anders: Jugend vereinen und Friedenserziehung etablieren

ZFD-Akteur: Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe
Projektland: IsraelPalästinensische Gebiete
Projektlaufzeit: 
2017 bis 2020

Konfliktkontext: Der israelisch-palästinensische Konflikt ist ein hochkomplexer und vielschichtiger Territorialkonflikt, der religiös, ethnisch und emotional aufgeladen ist. Dem asymmetrischen Kräfteverhältnis zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten stehen politische und geschichtliche Entwicklungen gegenüber, die den Konflikt in den vergangenen Jahrzehnten stetig weiter befeuerten. Die Besatzung und der Siedlungsausbau in den palästinensischen Gebieten verschärfen den Konflikt. Problematisch ist auch, dass internationales Recht nicht eingehalten wird. Friedensverhandlungen stagnieren. Gleichzeitig nehmen Nationalismus, Radikalisierung und Menschenrechtsverletzungen auf beiden Seiten zu. Beide Konfliktparteien fügen sich Verletzungen und Traumata zu, die dazu führen, das Feindbild aufrecht zu erhalten. Es existieren kaum noch Orte der Begegnung zwischen israelischer und palästinensischer Bevölkerung, die nicht Orte negativer Erfahrungen sind (z.B. Checkpoints). Zusätzlich gibt es innerhalb der einzelnen Gesellschaften Probleme. Die israelische Gesellschaft muss beispielsweise einen Umgang mit sozialer Ungleichheit und Herausforderungen in der Integration von Einwanderergruppen und Minderheiten sowie einer wieder steigenden Anzahl von Anschlägen finden. In den palästinensischen Gebieten sorgt die unsichere Situation für Perspektivlosigkeit, Versorgungsengpässe, latente Bedrohung und in Folge für eine zunehmende Radikalisierung in Teilen der Gesellschaft. In dieser Gemengelage engagiert sich der ZFD für friedliche Koexistenz, Menschenrechte und Völkerrecht in der palästinensischen und israelischen Gesellschaft.

Projekt: In diesem Projekt geht es um die langfristige friedenspädagogische Stärkung palästinensischer kirchlicher Schulen und um informelle Jugendbildungs- und Begegnungsarbeit. ZFD-Fachkräfte und ihre Partner arbeiten darauf hin, dass  Methoden der Zivilen Konfliktbearbeitung auch Teil der formellen Schulbildung werden und entsprechende Curricula für Friedenserziehung darin aufgenommen werden. Begleitende Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit soll dafür sorgen, dass die Friedenserziehung in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erhält und anerkannt wird. Die strategische Perspektive: Friedenserziehung im Netz (nicht nur) katholischer Schulen strukturell zu verankern. Weiterhin fördern der ZFD und seine Partner den Austausch zwischen israelischen und palästinensischen Jugendlichen, in dem sie Begegnungen initiieren, bei denen sich beide Gruppen annähern und schließlich Feindbilder und Traumata auflösen können. Durch die Arbeit soll es wieder möglich werden, Mut für Versöhnung zu schöpfen und an eine friedliche Zukunft zu glauben. Außerdem unterstützt der ZFD die Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit palästinensischer kirchlicher Partner zum Thema der israelischen Besatzung und dessen Folgen für beide Gesellschaften. Ein weiterer Teil des Projekts beschäftigt sich mit Reisen in beide Gebiete. Reisende werden von den ZFD-Partnerorganisationen konfliktsensibel über die politische und gesellschaftliche Situation der Israelis und Palästinenserinnen und Palästinenser informiert.

Projektpartner: 
College des Frères Bethlehem
Combatants for Peace
Deutscher Verein vom Heiligen Lande
Holy Land Trust
House of Grace
Kairos Palestine
Latin Patriarchate I Vicariate for Hebrew Speaking Catholics
Parents Circle Families Forum
The Catholic Human Rights Society of St. Yves
Projektstandorte: 
Bethlehem
Biddu
Haifa
Jerusalem
Tel Aviv
Zielgruppen: 
Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler, Angehörige sozialer Berufe wie Psychologinnen und Psychologen, Mitarbeitende im zivilgesellschaftlichen und religiösen Sektor, Aktivisten, Jugendleiterinnen und -leiter, Künstlerinnen und Künstler, Sheikhs, Rabbiner, kirchliche Amtsträger, ehemalige Kombattanten, Medien
ZFD-Fachkräfte (im Einsatz): 
5
Stand: 
1. Quartal 2019