Zivile Konfliktbearbeitung

Was ist das?

Zivile Konfliktbearbeitung ist das Herzstück der ZFD-Arbeit. Sie geschieht in erster Linie an der Basis einer Gesellschaft. Hier analysieren Menschen Konflikte, bringen Beteiligte zusammen, entwickeln gewaltfreie Lösungen und beugen Gewalt vor. Wird Frieden auf diese Weise erreicht, kann er langfristig wachsen.

Das Handwerkszeug des ZFD ist die zivile Konfliktbearbeitung: In Konflikt- und Krisenregionen arbeiten zivilgesellschaftliche Akteure zusammen, um durch konfliktsensible, gewaltfreie Maßnahmen mehr Frieden zu erreichen. Zivile Konfliktbearbeitung ist in allen Phasen eines Konflikts möglich. Sie hilft, den Ausbruch von Gewalt zu verhindern (Prävention - latenter Konflikt). Sie kann Konflikte friedlich regeln (Gewalt eindämmen – Eskalationsphase). Und sie unterstützt dabei, Strukturen aufzubauen, die den Frieden nachhaltig sichern (Frieden stabilisieren – Deeskalationsphase).  Zivile Konfliktbearbeitung kann nicht jeden gewalttätigen Konflikt aus der Welt schaffen. Sie kann jedoch friedliche Wege des Interessenausgleichs und des Zusammenlebens eröffnen. Damit schafft sie die Grundvoraussetzung für einen dauerhaften Frieden.

    Zivile Konfliktbearbeitung hat Methode

    Wie die konkrete Arbeit des ZFD aussieht, hängt vom Konflikt und dem gesellschaftlichen Kontext ab. Am Anfang steht immer eine Konfliktanalyse, um zu erkennen, wo der ZFD ansetzen kann. Zivile Konfliktbearbeitung funktioniert, weil sie auf Konzepten basiert, die theoretisch fundiert und in der Praxis erprobt sind. Dazu zählen beispielsweise:

    • Konflikt- und Kontextanalyse
    • Konfliktsensible Kommunikation
    • Moderation, Verhandlung, Mediation
    • Täter-Opfer-Ausgleich
    • Psychosoziale Unterstützung traumatisierter Personen
    • Begleitung von Menschenrechtsverteidigerinnen und –verteidigern

    Ein entscheidender Vorteil der ZFD-Fachkräfte ist, dass sie als Außenstehende neue Sichtweisen einbringen, die helfen, Friedensprozesse anzustoßen. Diese Stellung erleichtert ihnen den Kontakt zu allen Konfliktparteien. Die Fachkräfte haben allerdings nicht den Anspruch, Konflikte zu lösen. Sie unterstützen ihre lokalen Partner vielmehr dabei, eigene gewaltfreie Wege zu finden und bringen dabei ihr Fachwissen ein. Durch die Zusammenarbeit entstehen wirkungsvolle und praktikable Lösungsansätze.

      Zivile Konfliktbearbeitung ist vielseitig

      Jeder Konflikt ist anders. Deshalb muss das Vorgehen immer individuell abgestimmt werden. Entsprechend vielfältig gestaltet sich die Arbeit im ZFD. Grundsätzlich geht es darum, alle Sichtweisen zu berücksichtigen, benachteiligte Gruppen zu stärken und einen Ausgleich zu suchen, von dem alle profitieren.

      Vor Ort arbeiten Partner und Fachkräfte beispielsweise daran:

      • das Vertrauen der Konfliktparteien zu gewinnen
      • den Dialog zwischen allen Beteiligten zu fördern
      • Feindbilder abzubauen
      • Methoden und Konzepte der zivilen Konfliktbearbeitung zu vermitteln
      • Konfliktparteien an einen Tisch zu bringen
      • die lokale Rechtssicherheit zu stärken
      • für Menschenrechte einzutreten
      • Opfer von Gewalt psychosozial zu betreuen
      • Ehemalige Kämpferinnen und Kämpfer wieder in die Gemeinschaft zu integrieren
      • Benachteiligte Gruppen zu stärken, ihre Anliegen vorzubringen
      • Journalistinnen und Journalisten zu sensibilisieren, damit Medienbeiträge Spannungen ab- und nicht aufbauen