Warten auf den Ausgleich: Binnengeflüchtete in Kenia

Nach den Präsidentschaftswahlen 2007/2008 gab es in Kenia schwere Unruhen. Dabei kamen 1.133 Menschen ums Leben. 600.000 Menschen flohen vor der Gewalt in andere Landesteile. In dem bewegenden und bedrückenden Video "Just how long" beschreibt ein Betroffener stellvertretend für die vielen Binnenvertriebenen seine Geschichte von der Flucht bis zur heutigen Situation, in der er noch immer auf Ausgleichszahlungen der Regierung wartet.

Als die Gewalt in Kenia nach den Präsidentschaftswahlen eskalierte, wurde das Dorf des Augenzeugen umstellt und niedergebrannt. Viele Menschen starben, darunter auch zwei Brüder des Mannes.  Mit den Überlebenden seiner Familie kam der Augenzeuge in einer Gemeinde in Laikipia unter, die unabhängig vom ethnischen Hintergrund 700 integrierte Binnengeflüchtete in ihren Reihen aufnahm. Viele andere Binnengeflüchtete harrten in Camps aus, die immer wieder angegriffen wurden und in denen die Lebensbedingungen extrem schwierig waren.

Acht Jahre nach den Gewaltexzessen stehen die Binnenvertriebenen in Laikipia noch immer vor großen Problemen. Nach wie vor leben sie in wechselnden und fremden Häusern. Sie haben auch wirtschaftlich kaum Anschluss gefunden und sind auf schlecht bezahlte Jobs angewiesen. Besonders die Kinder leiden unter der Situation, da die Eltern ihre Schulbildung nicht finanzieren können und ihre Aussichten für die Zukunft ungewiss bleiben.

Trotz der Versprechen und Bemühungen der kenianischen Regierung warten heute noch immer viele Binnengeflüchtete auf ihre Kompensationszahlungen für den Neustart.

Sehen Sie das Video hier: https://www.youtube.com/watch?v=irMCmtSd3Ko