Ruanda: Versöhnungsarbeit 20 Jahre nach dem Völkermord

Am 6. April 1994 begann das Morden in Ruanda. Nach einem tödlichen Anschlag auf den ruandischen Präsidenten starteten Angehörige der Präsidentengarde, der Armee und Milizen der Hutu-Bevölkerungsmehrheit einen Genozid an der Tutsi-Minderheit. Bis zu einer Millionen Menschen starben in den folgenden Wochen und Monaten. Die internationale Gemeinschaft schritt spät ein - zu spät, um den Genozid zu verhindern. Für die Menschen in Ruanda, die überlebenden Opfer und die Täter von damals, ist es ein langer Weg zur Versöhnung.

20 Jahre nach dem Völkermord hatten nun deutsche Journalisten die Gelegenheit, sich ein Bild von der Versöhnungsarbeit vor Ort zu machen. Auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) reisten die Presseangehörigen eine Woche lang durch Ruanda und sprachen vor Ort mit Engagierten und besuchten Stätten der Erinnerung und Mahnung.

In einem Artikel im Bonner Generalanzeiger (Artikel vom 31.03.2014) berichtet Lutz Warkalla etwa vom Memorial Center in Kigali, das als Ruhestätte für 250.000 Tote und Museum ein Ort des Mahnens ist: "Never again" steht dort zu lesen - "Niemals wieder". Er berichtet auch von der Arbeit der ZFD-Fachkraft Lucia Fetzer, die in Ruanda ein Projekt betreut, dass Täter und Opfer wieder zusammenbringt. Dabei ginge es bei der Arbeit in den Gemeinden nicht um Entschuldigungen, sondern um das Jetzt und die Möglichkeit wieder in Frieden miteinander reden und leben zu können. Die Versöhnungsgruppen unter der Leitung der im Projekt ausgebildeten Sozialarbeiterinnen sind eine Erfolgsgeschichte, die Teilnehmerzahl wächst stetig.

WAZ-Autorin Birgitta Stauber-Klein berichtet von Radio HEZA, einem Radio von Jugendlichen für Jugendliche. Der Sender der drei Mal pro Woche bis zu 700.000 Hörer erreicht, thematisiert die Herausforderungen des Alltags genauso die Themen Frieden und Versöhnungsarbeit. Daneben hat Dagmar Dehmer vom Tagesspiegel zu der Journalistenreise ein 5-teiliges Reisetagebuch verfasst, in welchem sie Ihre Eindrücke von der Reise zusammenträgt und davon berichtet, wie die Vergangenheit ständig in die Gegenwart einbricht.

Informationen zur Arbeit der GIZ im Rahmen des ZFD in Ruanda finden Sie auf der Internetseite der GIZ. Daneben haben wir nachfolgend einige der Artikel zusammengestellt, die als Ergebnis der Journalistenreise entstanden sind.

Links zum Thema:

Reisetagebuch im Tagesspiegel

Westdeutsche Allgemeine Zeitung