Ruanda: Jugend fotografiert

13.9.2018

Was bewegt Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, die auf der Flucht in Ruanda gestrandet sind? Ein Fotoprojekt von UNHCR, Plan International und ZFD ist dieser Frage nachgegangen. 80 Jugendliche bekamen eine Kamera und fünf Fragestellungen an die Hand. Ihre fotografischen Antworten geben intime Einblicke in das Leben im Camp und ihre Träume für die Zukunft.

„So komme ich mit den alltäglichen Problemen klar“, war eines der fünf Themen, mit denen sich die Jugendlichen auseinandersetzten. „Das gibt mir ein Gefühl der Sicherheit“, war ein weiterer Aspekt. Dazu sollten die Jugendlichen jeweils ein passendes Bildmotiv finden oder inszenieren. Ziel des Projekts war es, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, um sie und ihre Belange besser verstehen und berücksichtigen zu können.

Bevor die Jugendlichen paarweise mit der Kamera loszogen, nahmen sie an einem Foto-Workshop teil. Hier lernten sie die Grundlagen der Fotografie und Bildgestaltung kennen. Geleitet wurden die Workshops vom belgischen Fotografen und Filmemacher Lieven Corthouts. Corthouts hat bereits mehrere Dokumentarfilme über Jugendliche in Äthiopien und Kenia gedreht und in beiden Ländern ähnliche Fotoprojekte mit geflüchteten Jugendlichen veranstaltet.

Durch das einwöchige Fotoprojekt haben die Jugendlichen neue Formen des Ausdrucks, aber auch der Reflektion kennengelernt. Eine fotografische Antwort auf die Frage „Was wünschst du dir für deine Zukunft?“ zu finden, erfordert nicht nur eine Kamera. Am Anfang stehen Reflektion und Austausch, dann ist Kreativität und Einfallsreichtum gefragt.

Die Ergebnisse überzeugten nicht nur die Jugendlichen selbst. Auch ihre Eltern und die in den Camps arbeitenden Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter waren voll des Lobes. Das „Youth Photography Project“ wurde in den vier Geflüchtetenlagern Gihembe, Kigeme, Kiziba und Nyabhheke durchgeführt. Hier sind überwiegend Menschen aus der DR Kongo untergekommen. Aufgrund der positiven Resonanz wird geplant, das Projekt auch an anderen Orten in Ruanda anzubieten.

Mehr Infos und eine Auswahl eindrucksvoller Fotoarbeiten finden Sie auf der Website des UNHCR.


Das oben gezeigte Foto entstammt der UNHCR-Seite. Es ist die Antwort von Faustin und Delphin auf die Frage, wie ihre Zukunft aussehen soll. Die beiden Jugendlichen haben im Gihembe-Camp Zuflucht gefunden und am Fotoprojekt teilgenommen. „Many boys like to play music, and hope to become musicians one day“, erläutern sie ihre Arbeit.