Ruanda: Ein Magazin, das Mut macht

7.2.2018

Im Umfeld des Geflüchteten-Camps Kigeme in Südruanda ist kürzlich die vierte Ausgabe von „Kigeme Iwacu“ erschienen. Das Magazin wird von geflüchteten kongolesischen und einheimischen ruandischen Jugendlichen herausgegeben. Der ZFD unterstützt sie im Rahmen der medienpädagogischen Arbeit in Kigeme.

Die aktuelle Ausgabe von „Kigeme Iwacu“ kreist um die Themen Trauma und psychische Gesundheit. Nicht unbedingt klassische Themen einer Jugendzeitschrift, aber dennoch Themen von Belang – gerade für die Jugendlichen in und um Kigeme. „Jeder Mensch hat seine Gründe, warum er flieht“, heißt es im Editorial. „Meist geschieht dies aufgrund von Kriegen, Naturkatastrophen oder Verfolgung. All diese Gründe haben Konsequenzen für die Überlebenden, sichtbare körperliche Wunden und Beeinträchtigungen, aber auch unsichtbare Wunden wie Traumata und psychische Probleme.“

Das Redaktionsteam wählt und bearbeitet die Themen jeder Ausgabe selbst. Dabei beweist es ein feines Gespür für das, was den Jugendlichen rund um das Camp unter den Nägeln brennt. Für die vorliegende Ausgabe „Psychosocial Activities, Mental Health and Social Relations in Kigeme Camp“ wurden Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der psychosozialen Hilfe befragt. Die Lektüre soll der Leserschaft den Umgang mit den psychischen Folgen der Flucht erleichtern. Zur Sprache kommen die Symptome traumatischer Erfahrungen und ihre Auswirkungen auf das Leben im Camp, außerdem geht es um Drogenmissbrauch, Epilepsie und psychosoziale Angebote im Camp.

Vom Workshop zum Magazin

Die jungen Redakteurinnen und Journalisten leben teils innerhalb, teils außerhalb des Camps. Manche sind hier auf der Flucht gestrandet, manche leben von Kindesbeinen an in der Gegend. Ein Workshop zu konfliktsensiblem Journalismus hat sie miteinander in Kontakt gebracht. Ergebnis des Workshops war die erste Ausgabe des Magazins, die im Januar 2016 unter dem Namen „Kigeme – Our Home“ veröffentlicht wurde. Seitdem erscheint das Magazin mehrmals im Jahr sowohl auf Kinyarwanda als auch auf Englisch. Der Workshop wurde von der ZFD-Partnerorganisation Ejo! Youth Echo (EYE) durchgeführt. Der ZFD unterstützt das Projekt und die Herausgabe des Magazins „Kigeme Iwacu“ seit der ersten Stunde.

Schauplatz Kigeme

Das UNHCR-Camp Kigeme liegt im Nyamagabe-Distrikt im Süden Ruandas, 150 Kilometer von der ruandischen Hauptstadt Kigali entfernt. Zur kongolesischen Grenze sind es 120 Kilometer. Das Camp wurde im Juni 2012 für kongolesische Bürgerkriegsgeflüchtete gegründet. Heute leben hier mehr als 20.000 Menschen aus der Demokratischen Republik Kongo (UNHCR, Stand: 31.12.17). Feindseligkeiten zwischen Geflüchteten und Ortsansässigen sind rund um Kigeme gegenwärtig.

Der ZFD in Ruanda

Gemeinsam mit seinen zivilgesellschaftlichen Partnern beugt der ZFD in Ruanda Gewalt zwischen Geflüchteten und Einheimischen vor. Jugendliche beider Seiten lernen mit kreativen Methoden, konstruktiv mit Konflikten umzugehen. Psychosoziale Unterstützungsangebote helfen ihnen, zurück ins Leben zu finden. Frauen und Mädchen werden hierbei besonders berücksichtigt, da sie häufiger Opfer von (sexueller) Gewalt werden. Ziel aller Maßnahmen ist es, die Gewaltspirale zu durchbrechen und Geflüchteten neue Lebensperspektiven zu eröffnen. Mehr über die Arbeit des ZFD in Ruanda erfahren Sie hier in unserer Projektdatenbank.

 

Fotos: Kigeme Iwacu