Professionell vermitteln: Trainingsreihe Mediation in Uganda

10.8.2017

Im Juli fand in Kampala der Auftakt zu einer neuen Weiterbildungsreihe des ZFD für Mediatorinnen und Mediatoren statt. 22 Lehrerinnen und Lehrer aus dem Distrikt Masaka nahmen daran teil.

„Wir haben viele Konflikte: Landkonflikte, Familienkonflikte, Konflikte zwischen Lehrern und Studenten und Konflikte unter Studenten. Nun, wo ich die Phasen der Mediation kennengelernt habe, kann ich besser dabei unterstützen, Konflikte gewaltfrei zu lösen, anstatt ergebnislos zu diskutieren.“ So lautete das Resümee eines Lehrers nach dem ersten Workshop, der den Startschuss für eine Weiterbildungsreihe zur professionellen und gewaltfreien Vermittlung zwischen Konfliktparteien bildete.

Der Workshop richtete sich an Lehrerinnen und Lehrer verschiedener weiterführender Schulen aus dem Distrikt Masaka im Süden des Landes. An zwei Tagen lernten die Teilnehmenden die Grundlagen einer Mediation in Theorie und Praxis kennen. Die Lehrenden sollen damit in die Lage versetzt werden, bei Konflikten in ihrem Umfeld professionell zu vermitteln. Gleichzeitig geben sie das Wissen über konstruktive Möglichkeiten des Streitens an Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schüler weiter.

Während des Trainings wurde die Theorie auch an der Praxis geübt, vornehmlich am Beispiel von Landkonflikten, die in Uganda oft zu gewaltsamen Ausschreitungen führen. „Einen Konflikt in Form einer Mediation, also mithilfe einer strukturierten Vorgehensweise zu lösen, war für viele Teilnehmer eine neue Erfahrung“, berichtet ZFD-Fachkraft Petra Fürst. „Auch ich habe dazu gelernt, beispielsweise, wie unterschiedliche Interessen, Bedürfnisse und Wünsche in verschiedenen Kulturen aussehen können, und dass Prioritäten oft sehr verschieden gesetzt werden.“

Der Mediationsworkshop in Kampala war der erste Teil der neuen Trainingsreihe. Bis zum Jahresende sind vier weitere Workshops zur Mediationskompetenz für Lehrerinnen und Lehrer geplant. Im kommenden Jahr sollen im Rahmen eines Pilotprojekts Polizeibeamte über Einsatzmöglichkeiten der Mediation in der Polizeiarbeit  informiert und entsprechend ausgebildet werden.

Die Workshopreihe soll mehr Menschen dazu bewegen, Auseinandersetzungen auf friedliche Art beizulegen. Ein Umdenken zur Gewaltfreiheit in einer von Gewalt geprägten Gesellschaft wird so erleichtert.

Petra Fürst unterstützt seit Juli 2016 das Team des „John Paul II Justice & Peace Center“ in Kampala. Sie arbeitet als Mediatorin, Kommunikationstrainerin und Coach. Im Herbst dieses Jahres wird sie auch für die Mitarbeitenden ihrer Partnerorganisation ein "Training of Trainers"-Seminar in Mediationstechniken anbieten. Zusätzlich entwickelt sie ein Handbuch zu diesem Thema, damit die Arbeit auch nach ihrem Vertragsende fortgeführt werden kann.

Quelle: AGEH

Mehr zur Arbeit des ZFD in Uganda und zu den Hintergründen der Konflikte erfahren Sie in unserer Projektdatenbank.