Philippinen: Prominente Unterstützung für den ZFD

6.12.2017

Die international anerkannte Frauenrechtlerin und Friedensaktivistin Irene Santiago besuchte den ZFD auf Mindanao. Mit Fachkräften und Partnern diskutierte sie Wege der gewaltfreien Konfliktbearbeitung und Friedensförderung auf den Philippinen.

Im Gespräch mit dem ZFD betonte sie die Bedeutung ziviler Friedensarbeit. Veränderung könne nur durch langfristiges, basisorientiertes und personenzentriertes Engagement gelingen. „Der ZFD leistet hierzu einen wichtigen Beitrag“, sagte Santiago. Dank ihrer langjährigen Erfahrung auf nationalem wie internationalem Parkett konnte sie wichtige Impulse für das weitere Engagement des ZFD auf Mindanao geben.

Seit mehr als 40 Jahren kommt es hier zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Rebellen. Das Friedensabkommen von 2014 machte berechtigte Hoffnung auf Frieden. Die Eroberung von Marawi City durch IS-nahe Gruppen im Mai 2017 stürzte die Region in eine neuerliche Krise. Hunderttausende waren gezwungen zu fliehen. Die Kämpfe dauerten bis Oktober 2017. Nun geht es daran, den Friedensprozess neu zu beleben.

Irene Santiago setzt sich seit vielen Jahren für eine friedliche Beilegung der Konflikte auf Mindanao ein. 2001 gründete sie mit Gleichgesinnten die Mindanao Commission on Women (MCW). Die MCW wurde zu einer wichtigen Stimme der Zivilgesellschaft. Von Anfang engagierten sich in der MCV muslimische, christliche und indigene Frauen gemeinsam.

Mit ihrem Engagement hat Irene Santiago wesentlich dazu beigetragen, dass die Frauen von Mindanao den Friedensprozess mitgestalten. Bei den Verhandlungen zwischen Regierung und Rebellen saßen sie mit am Tisch.

International bekannt und geschätzt ist Santiago seit den 1990ern. 1995 war sie die verantwortliche Leiterin des „NGO Forum on Women“ in Beijing mit über 30.000 Teilnehmenden aus aller Welt. 2005 war Santiago für den Friedensnobelpreis nominiert. 2013 erhielt sie den N-Peace Award. Sie ist Ehrenbürgerin von Marawi und wurde auf Mindanao mit dem Beinamen „Bai Romapenet“ („Prinzessin der Hoffnung und Solidarität“) bedacht.


In unserem Online-Dossier „Gewalt vorbeugen – das geht“ stellen wir die Arbeit des ZFD auf den Philippinen vor. Wir zeigen, wie es den derzeit elf Fachkräften und den Partnern auf Mindanao gelingt, Gewalt zu verhindern und den Frieden voranzubringen.