Philippinen: Medien gegen Extremismus und Gewalt

16.11.2017

Wie beugt Friedensjournalimus auf den Philippinen Gewalt und Radikalisierung vor? Auf der Insel Mindanao setzten sich zivilgesellschaftliche Organisationen mit Unterstützung des ZFD für eine ausgewogene Berichterstattung ein, damit Medien die aufgeheizte Stimmung entspannen, statt sie weiter zu befeuern.

Seit mehr als 40 Jahren kämpfen auf Mindanao, der zweitgrößten Insel der Philippinen, verschiedene Rebellengruppen gegen Regierungstruppen für Unab­hängigkeit, Gerechtigkeit und Teilhabe. Im Mai eskalierte die Situation, als IS-nahe Rebellen die Stadt Marawi einnahmen.

„Auf den Philippinen herrscht eine angespannte Situation, die durch eine sensations­heischende Berichterstattung verschärft wird“, berichtet Daniel Ong, der als ZFD-Fachkraft das Kutawato Multimedia Network (KuMuNet) unterstützt. Wie findet Frieden da Gehör? KuMuNet fördert einen Friedensjournalismus, der Informationen über die Konflikte auf Mindanao mit Fingerspitzengefühl aufbereitet. Dazu wird sogar eine eigene Radiosendung produziert. Schon mehrfach kühlte das Programm die aufgeheizte Stimmung in der Bevölkerung durch ausgewogene Berichte und offene Diskussionsrunden ab. Heikle Missverständnisse konnten geklärt und Gewalt im Keim erstickt werden. Selbst Regierung und Rebellengruppen schalten sich ein, um ihre Sichtweisen zu erläutern. Der Austausch „on air“ verstärkt den wichtigen Dialog zwischen den Konfliktparteien, oft der erste Schritt in Richtung Frieden.

Derzeit funkt das Friedensradio einmal wöchentlich auf Mindanao. Wenn es mehr Mittel gäbe, könnte die Medienarbeit ausgebaut werden. Ong ist überzeugt: „Ein Netzwerk aus zivilgesellschaftlichen Organisationen und konfliktsensiblen Journalisten wird unser bestes Gegenmittel zu Propaganda und gewalttätigem Extremismus sein.“

Das Dossier über die Arbeit des ZFD auf den Philippinen ist hier zu finden.

Es ist Teil des Online-Dossiers "Gewalt vorbeugen - das geht", das die Arbeit des ZFD im Bereich Gewaltprävention seit Juli an Beispielen aus der Praxis zeigt. Hier geht´s zum gesamten Dossier "Gewalt vorbeugen - das geht".