pbi Rundbrief: Die doppelte Gefährdung von Menschenrechtsverteidigerinnen und was man dagegen tun kann

In seinem Rundbrief thematisiert pbi die doppelte Gefährdung der Menschenrechtsverteidigerinnen: „Sie werden als Aktivistinnen bedroht, wenn sie sich gegen ungerechte Machtstrukturen wehren, Kriegsverbrechen vor Gericht bringen oder die Rückgabe geraubten Lands fordern. Sie sind aber auch als Frauen bedroht, weil sie häufig mit traditionellen Geschlechterrollen brechen und tradierte Machtstrukturen in Frage stellen - bis in die eigenen Familien hinein.“ Was das heißt, wird in dem Interview mit der nepalesischen Aktivistin Shyam Shah deutlich: Zwei Aktivistinnen für Frauenrechte wurden ermordet; sie selbst erhielt Morddrohungen, die sie ernst nahm. Zwei Jahre lang wurde sie zu ihrem Schutz von pbi begleitet.

pbi reagiert auf diese Herausforderungen mit gezielter Advocacy-Arbeit: „Internationale Richtlinien und Verpflichtungen gehen auf diese besondere Schutzbedürftigkeit nur ungenügend ein. pbi versucht deshalb, den besonderen Schutz von Menschenrechtsverteidigerinnen auf Ebene der UN, der EU, aber auch in den Staaten selbst zu implementieren. Mit vorsichtigem Erfolg. Die G8-Staaten haben auf Intervention von pbi im April 2013 die besondere Bedeutung der Schutzbedürftigkeit von Menschenrechtsverteidigerinnen anerkannt. Bis zur Anerkennung innerhalb von UN und EU und einer spürbaren Verbesserung auf lokaler Ebene ist es jedoch noch ein weiter Weg.“ Wie diese Arbeit funktioniert, darüber schreibt Annette Fingscheidt, Advocacy-Beauftragte bei pbi Deutschland, ebenfalls in dem jetzt erschienenen pbi Rundbrief.

„Dass Frauen überhaupt den Mund aufmachen, ist neu“
Interview mit der nepalesischen Menschenrechtsaktivistin Shyam Kumari Shah

pbi Rundbrief, Sommer 2013