Palästinensische Gebiete: ZFD-Fachtagung Asien und Ukraine

16.5.2018

Ende März fand in Ramallah die regionale Fachtagung des ZFD für die Regionen Asien und Ukraine statt. Die knapp 70 Teilnehmenden nutzten das Treffen für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen. Inhaltlich standen die Ziele für nachhaltige Entwicklung im Mittelpunkt.

Vor rund zwei Jahren traten die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDG) in Kraft. Ziel 16 widmet sich explizit Frieden und Gerechtigkeit. Doch Frieden ist nicht nur Wert an sich, sondern wesentliche Voraussetzung für die meisten anderen Ziele auch. Das Institute for Economics and Peace (IEP) kam zu dem Schluss, dass 85 Prozent aller SDG samt Unterzielen mit positivem Frieden verknüpft sind.*

Nachdem die SDG auf den Regionalen Fachtagungen des ZFD Afrika und Lateinamerika bereits ausführlich diskutiert wurden, waren sie nun auch bei der Tagung des ZFD Asien und Ukraine Schwerpunktthema. In mehreren Sessions im Plenum und im Worldcafé-Format wurde erörtert, was der ZFD zur Umsetzung der SDG leisten und wie er seine Partner in ihrem Beitrag stärken kann. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen nun in die weitere Projektplanung ein.

An der Tagung vom 18. bis 24. März 2018 in Ramallah nahmen ZFD-Fachkräfte und Programmkoordinatorinnen und -koordinatoren aus dem Irak, Libanon, Jordanien, Kambodscha, Nepal, den palästinensischen Gebieten, den Philippinen und der Ukraine teil. Darüber hinaus kamen Fachkräfte hinzu, die in Israel und in den palästinensischen Gebieten arbeiten, sowie Vertreterinnen und Vertreter lokaler Partnerorganisationen. Etwa ein Drittel der rund 300 weltweit tätigen ZFD-Fachkräfte engagiert sich in Asien und im Nahen Osten.

Im Rahmen der Fachtagung präsentierten sich die ZFD-Länderprogramme auf einem "Markt der Möglichkeiten". Fachkräfte und Partner brachten ihre Themen und Erfahrungen außerdem in parallelen Workshops, Arbeitsgruppen und Diskussionsrunden ein und entwickelten gemeinsame Ideen zur Weiterarbeit, für Austausch und Vernetzung.

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt ergab sich durch den Veranstaltungsort selbst: Wie gehen wir mit den Belastungen und Frustrationen in einem Umfeld täglicher Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Traumata um? Wie gelingt der Balanceakt zwischen gegenläufigen Interessen? Was kann der ZFD in diesem Umfeld überhaupt erreichen? All das waren Fragen, die sich aufdrängten – und die vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen wieder einmal an Brisanz und Relevanz zugenommen haben.

Projektbesuche in Hebron, Ramallah, Bethlehem und Jerusalem gaben den Konferenzteilnehmenden einen unmittelbaren Einblick in die Arbeit des ZFD in Israel und den palästinensischen Gebieten. Auch in unserem Dossier Gewaltprävention werden wir voraussichtlich ab Mitte Juli 2018 die Arbeit des ZFD in der Region genauer unter die Lupe nehmen. Ein zentraler Fokus wird auch dort sein, wie der ZFD und seine Partner Impulse für den Friedensprozess im Nahen Osten setzen können.

 

*Institute for Economics and Peace (2016). Sustainable Development Goal 16. From Now to 2030: What is needed to measure Goal 16? IEP Report 43.

Quelle: GIZ