Mali: Frieden lernen

29.3.2018

Der Jugend gehört die Zukunft. Auch in Mali. Aber die Risse in der malischen Gesellschaft sind tief. Selbst unter den Jugendlichen ist das Gewaltpotential hoch. Deshalb ist der Zivile Friedensdienst auch auf dem Schulhof gefragt. Kurse in konstruktiver Konfliktbearbeitung helfen dabei, den berechtigten Frust der Jugendlichen in friedliche Bahnen zu lenken.

Den meisten Jugendlichen fehlt es an Jobs und Perspektiven. Hinzu kommt das Klima der Gewalt, in dem sie aufwachsen. Mali ist nach der Krise von 2012 trotz massiver Blauhelm-Präsenz längst nicht befriedet. Die Konflikte schwelen weiter. Gewalt flammt immer wieder auf – auch im privaten Umfeld. Vielen Jugendlichen erscheint sie als legitimes Mittel, die eigenen Interessen durchzusetzen. Für kriminelle Banden und radikale Gruppen sind diese Jugendlichen ein gefundenes Fressen: perspektivlos, desillusioniert, gewaltbereit.

Umso wichtiger, dass Kinder und Jugendliche in der Schule alternative Verhaltensweisen kennenlernen, Wege wie Konflikte gewaltfrei geschlichtet werden können. Wenn sie dabei erkennen, dass die Konflikte im Großen wie im Kleinen nur gemeinschaftlich gelöst werden können, sind sie dem Frieden in Mali ein großes Stück näher.

Daher arbeiten der ZFD und seine lokalen Partnerorganisationen mit malischen Schulen und Universitäten zusammen. Es gibt Angebote für Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte. Das Netzwerk „Künstler für Gewaltfreiheit“ (RESART) realisiert Kunstprojekte, die kooperative Gruppenarbeit und friedliche Wege der Konfliktlösung in das kreative Schaffen einbinden.

Das, was daraus erwächst, macht Mut. Es ist ein wichtiger Schritt in Richtung Frieden, wie Moussa Aguissa Maïga, Rektor einer Schule in der Stadt Gao aufzeigt. „Die Fortbildungen in ziviler Konfliktbearbeitung haben wir zum Anlass genommen, das Thema auch im Unterricht aufzugreifen“, sagt, „seitdem gehen die Schüler verschiedener Bevölkerungsgruppen wieder vermehrt aufeinander zu. Sie spielen und reden wieder miteinander. Das Misstrauen hat abgenommen.“

Der Frust der Jugendlichen äußert sich auch außerhalb der Schule, etwa bei Demonstrationen und bei Auseinandersetzungen zwischen Jugendgruppen. Dabei schwingt immer die Gefahr der Eskalation mit. Der ZFD arbeitet daher auch mit Sportvereinen, Jugendgruppen und -verbänden zusammen. Ein wichtiger Partner ist der CRJ, ein Dachverband von rund 30 Jugendgruppen. Das Team von CRJ setzt alles daran, dass Auseinandersetzungen friedlich verlaufen. Es sucht das Gespräch mit den Verantwortlichen, schwört die eigenen Mitglieder auf Gewaltfreiheit ein und nutzt Kommunalradios zur positiven Stimmungsmache.


Wenn Sie mehr über die Arbeit des ZFD in Mali erfahren möchten, besuchen Sie unser Online-Dossier „Gewalt vorbeugen – das geht“.

Dort geben Gespräche, Reportagen und Impulsbeiträge einen intensiven Einblick in das friedensfördernde Engagement des ZFD und seiner Partnerorganisationen.

 

Foto: UN Photo by Marco Dormino (Children play next to a police station with bullet holes in Gao, Mali)