Kolumbien: Jugend = Zukunft

11.1.2018

In der kolumbianischen Provinz Meta baut der ZFD ab sofort seine Arbeit mit Jugendlichen aus. In Granada wird ein Jugendzentrum eingerichtet, das als Treffpunkt und Aktionszentrum dienen wird. Die Jugendlichen sollen auf diese Weise den Friedensprozess vor Ort aktiver mitgestalten können.

Die Provinz Meta war besonders arg vom bewaffneten Konflikt betroffen, der über mehr als fünf Jahrzehnte Kolumbien erschütterte. Auch heute kann von Frieden noch keine Rede sein – wie unser Kolumbien-Schwerpunkt im Dossier Gewaltprävention zeigt.

Die Belange der Jugendlichen – ihre Sorgen und Nöte, aber auch ihre Bedürfnisse und Perspektiven – blieben bei all den Wirren auf der Strecke. Auch heute werden sie kaum gehört. Dabei sind sie die Zukunft Kolumbiens. Wenn der Friedensprozess klappen soll, muss ihre Position stärker berücksichtigt werden.

Die Sozialpastorale der Diözese Granada, langjähriger ZFD-Partner, hat sich deshalb auf die Fahne geschrieben, die Jugendarbeit auszubauen. Unterstützt wird sie von ZFD-Fachkraft Markus Ciesielski. Gemeinsam wollen sie die Jugendlichen der Region darin stärken, sich bei der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens aktiver einzubringen. Wenn es um Themen wie Jugendarbeitslosigkeit, Konflikte zwischen Ethnien oder die Zwangsrekrutierung durch kriminelle Banden geht, sollen die Heranwachsenden künftig ein Wörtchen mitreden.

Eine vereinte Stimme in Form einer Organisation oder gemeinsamen Plattform haben sie bislang nicht. Das soll sich durch das neu eingerichtete Jugendzentrum Observatorio („Beobachtungsstelle“) in Granada, der drittgrößten Stadt der Provinz Meta, ändern. Es geht nicht allein darum, einen Treffpunkt, sondern ein Aktionszentrum zu schaffen.

Markus Ciesielski will möglichst viele Jugendliche zum Mitmachen bewegen. Der gebürtige Dresdner geht momentan auf Tuchfühlung mit unterschiedlichen Jugendgruppen in der ganzen Region, auf dem Land und in der Stadt. Ob bei Workshops an Schulen in Granada oder beim Lagerfeuer am Ufer des Guejar in Mesetas: immer geht es darum, Vertrauen aufzubauen innerhalb einer zutiefst verwundeten Gesellschaft – und die Zuversicht zu vermitteln, dass Mitbestimmung und eine friedliche Zukunft möglich sind.

 

Quelle + Foto: AGEH / Tobias Käufer