Kolumbien: FARC-Kämpfer - Auf dem Weg ins zivile Leben

26.7.2017

Mitte Juli besuchten die ZFD-Fachkräfte Stephan Miethke und Markus Ciesielski ein Demobilisierungs-Camp von FARC-Mitgliedern in Kolumbien. Es fand dort ein Austausch über den Friedensprozess statt.

Der Besuch war Teil einer Journalistenreise, die die Bischöfliche Aktion Adveniat e. V. für deutsche Journalistinnen und Journalisten organisiert hatte. In Kolumbien haben die Guerilla-Kämpferinnen und -Kämpfer der FARC  (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia ) jüngst ihre Waffen niedergelegt. Ende Juni meldete die UN-Beobachtermission die fast vollständige Entwaffnung der Guerilla-Gruppe.  In speziellen Camps bereiten sich die ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfer nun auf den Weg zurück ins zivile Leben vor.

An dem Besuch in dem Camp nahmen die beiden ZFD-Fachkräfte Stephan Miethke und Markus Ciesielski teil.  Der ZFD ist in Kolumbien derzeit mit insgesamt 25 Fachkräften aktiv. Die Arbeit der ZFD-Fachkräfte trägt auf unterschiedliche Weise zum Friedensprozess bei und begleitet verschiedene Initiativen für Versöhnung, zivile Konfliktbearbeitung und Menschenrechte. Der Historiker Miethke berät beispielsweise die auf nationaler Ebene arbeitende Bischöfliche Versöhnungskommission in politischen Fragen. Der Soziologe Markus Ciesielski entwickelt mit dem kolumbianischen Bistum Granada eine Jugendarbeit, die zu friedlicher Konfliktbearbeitung und politischer Teilhabe führt. Bei dem Besuch in dem Camp überraschte die beiden Fachkräfte besonders der große Anteil junger Menschen innerhalb der FARC. Markus Ciesielski unterstützt das Bistum daher dabei, gerade diese jungen Menschen bei ihrer Suche nach einem friedlichen Weg in die Zivilgesellschaft zu begleiten. Die ZFD-Partnerorganisation äußerte sich überzeugt, dass Kolumbien zukünftig nur dann Versöhnung und Frieden finden könne, wenn der Übergang für die jungen ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfer gelänge.

Eine weitere Fachkraft des ZFD setzt sich beispielsweise in der Region Chocó für die friedliche Austragung von Landkonflikten ein und unterstützt die schwierige internethnische Zusammenarbeit vor Ort, damit die Umsetzung des Friedensprozesses auch an der Basis der Gesellschaft gelingt. Ein anderes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit der Fundación Nydia Erika Bautista, die sich um das Schicksal und um Gerechtigkeit für gewaltsam Verschwundene und deren Angehörige kümmert. Eine ZFD-Fachkraft unterstützt  im Rahmen der Kooperation beispielsweise die bekannte Menschenrechtsverteidigerin Yanette Bautista bei ihrer lebensgefährlichen Arbeit für die ungesühnt Verschleppten und Ermordeten während des bewaffneten Konflikts.  Details dazu erfahren Sie in Kürze in unserem Themenschwerpunkt Gewaltprävention. Das Engagement in Kolumbien wird dort das nächste Beispiel für die gewaltvorbeugende Arbeit des ZFD sein.

Informieren Sie sich hier über die Projekte des ZFD in Kolumbien.

Quelle: www.ageh.de/startseite/aktuelles/entwaffnungszone.html

Foto: Stephan Miethke, Julian (Gesprächspartner FARC), Bischof José Figueroa Gomez, Markus Ciesielski (v.l.); Nachweis: Bistum Granada, Markus Ciesielski