Kenia: Wasser des Lebens

5.9.2018

Der Uaso-Nyiro ist die Lebensader von etwa 3,6 Millionen Menschen. Der Fluss bringt wertvolles Wasser in die trockenen Regionen Kenias. Doch an eben diesem Wasser entzünden sich immer häufiger Konflikte. Mit einer außergewöhnlichen Aktion werben die beiden ZFD-Partner ILP und IMPACT alljährlich für eine nachhaltige Nutzung des Uaso-Nyiros und die friedliche Koexistenz seiner Anrainerinnen und Anrainer.

Im August 2018 fand bereits zum fünften Mal die „Camel Caravan Campaign“ statt. Zwei Karawanen machten sich zu einem sechstägigen Marsch nach Archers Post auf, einer kleinen Gemeinde in Zentralkenia, ebenfalls am Fluss Uaso-Nyiro gelegen. Dort feierten die rund fünfzig Teilnehmenden aus sechs Gemeinden ein gemeinsames Kulturfestival.

Das Kommunalradio Serian FM informierte täglich mehrfach über Sinn und Zweck der Aktion. Auch die Termine der Zwischenstopps wurden beworben. Dort fand jeweils ein Info- und Diskussionsabend statt, bereichert durch ein Kulturprogramm der örtlichen Bevölkerung. Begleitet wurde die Kampagne außerdem durch ein Filmteam, das nun eine Dokumentation erstellen wird.

Die Initiatoren der Kampagne, die beiden gemeinnützigen Organisationen Isiolo Peace Link (ILP) und IMPACT, wollen den Dialog zwischen den Anrainergemeinden in den Countys lsiolo, Laikipia und Samburu in Gang bringen. Die Situation ist angespannt. Längst profitieren nicht mehr alle Menschen der Region in gleichem und ausreichendem Maße vom Wasser des Uaso-Nyiro. So kommt es immer häufiger zu Konflikten.

ILP und IMPACT arbeiten darauf hin, diese Konflikte friedlich und konstruktiv beizulegen. Das geht nicht, ohne die Wurzeln des Übels am Schopf zu packen. Das Ökosystem Uaso-Nyiro wird durch mehrere Faktoren bedroht: Der Klimawandel, eine wachsende Bevölkerung, die Intensivierung der Landwirtschaft, groß angelegte Infrastrukturprojekte und Umweltverschmutzung sind die Hauptursachen. Es gilt, ein Bewusstsein für die Risiken zu schaffen und zugleich gangbare Alternativen aufzuzeigen.

Die Konfliktbearbeitung kann aber nur gelingen, wenn die Anrainergemeinden eine gemeinsame Strategie entwickeln. Sie alle sind vom Wasser des Uaso-Nyiros abhängig. Somit sind sie auch voneinander abhängig. Nur wenn sie an einem Strang ziehen, können sie die Situation verbessern – und sich auch besser gegen Land und Wasser fressende Infrastrukturprojekte zur Wehr setzen.

Die beiden ZFD-Partnerorganisationen ILP und IMPACT setzen in ihrer Arbeit auf die drei Säulen Forschung, Bildung und "Advocacy" (Interessenvertretung). Sie arbeiten auf Gemeindeebene, genauso wie mit staatlichen Stellen, auf lokaler und nationaler Ebene, mit traditionellen und modernen Mediationsinstrumenten wie Ältestenräten, Friedenskomitees und gemeinschaftlichem Ressourcenmanagement. Dabei werden sie von einer Fachkraft des Zivilen Friedensdienstes unterstützt.

 

Foto: Isiolo Peace Link (ILP)