Kenia: Gemeinsam stärker

22.5.2019

Vor kurzem wurde in Kenias Hauptstadt Nairobi ein neues ZFD-Büro eröffnet. Zwei ZFD-Träger bilden nun eine Bürogemeinschaft. Zur Eröffnung sprachen die Koordinatorinnen und Koordinatoren aller vier im Land arbeitenden Träger über das gemeinsame Engagement. Aber wie funktioniert das eigentlich, wenn mehrere Träger in einem Land arbeiten?

Konflikte friedlich zu regeln kann nur gelingen, wenn viele Akteure an einem Strang ziehen. Deshalb arbeiten die neun ZFD-Trägerorganisationen eng zusammen. Genau wie die Fachkräfte und lokalen Partner des ZFD, die Projekte grundsätzlich gemeinsam durchführen. In Kenia sind derzeit 16 ZFD-Fachkräfte von vier Trägern aktiv. Vor Ort unterstützen sie über 20 Partnerorganisationen. So erreicht der ZFD eine Vielzahl von Akteurinnen und Akteuren auf einer Vielzahl von Ebenen. Dabei konzentriert sich das Engagement nicht nur auf die Hauptstadt Nairobi. Die Partnerorganisationen sind über das ganze Land verstreut – von der Küste bis zum Rift Valley.

Die Partner sind in der jeweiligen Region, Kultur und Gesellschaft verwurzelt. Dadurch wird gewährleistet, dass der Frieden durch die Zivilgesellschaft mitgestaltet wird. Nur dann kann der Frieden von Dauer sein. Die Partner sind sehr engagiert, oft mangelt es ihnen aber an Möglichkeiten, ihre Ideen umzusetzen. Zum Beispiel, weil das Wissen um Methoden fehlt oder sie zu wenig Aufmerksamkeit für ihre Arbeit erzielen. Hier setzt die Unterstützung durch die Fachkräfte des ZFD an, die von den deutschen Trägern ausgewählt und vorbereitet werden.

Jeder Träger bringt seine eigenen Kompetenzen und Kontakte in den ZFD ein. So kann in Konflikten flexibel und wirkungsvoll gehandelt werden. Unter den Trägern finden sich zivilgesellschaftliche und kirchliche Organisationen sowie eine staatliche Organisation. Diese Vielfalt und die langjährige Erfahrung machen die Stärke des ZFD aus. Jede Trägerorganisation erstellt eine eigene Konfliktanalyse. Bestandteil einer solchen Analyse sind der spezifische Konflikt- und Projektkontext, die Ausgangssituation und die angestrebten Wirkungen. Auf dieser Basis werden die Projete ausgearbeitet, also die konkreten Maßnahmen und die Zusammenarbeit mit den Partnern definiert.

Sind mehrere Träger in einem Land vertreten, verständigen sie sich über eine gemeinsame Strategie, die sogenannte „Trägerübergreifende Länderstrategie“. Dabei werden auch mögliche nicht-beabsichtigte Wirkungen sowie Synergieeffekte durch gemeinsames, sich ergänzendes beziehungsweise bereicherndes Vorgehen bedacht. Für Kenia haben sich drei Hauptansätze zur Umsetzung der gemeinsamen Strategie ergeben: Dialogprozesse fördern, den Umgang mit der Vergangenheit ermöglichen und Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidigern unterstützen. Ein regelmäßiger Austausch untereinander garantiert, dass die Strategie fortwährend an sich wandelnde Herausforderungen angepasst werden kann.

Ein gemeinsames Büro erleichtert diesen Austausch – und spart zudem Kosten. AGEH und GIZ haben sich daher für eine Bürogemeinschaft in Nairobi entschieden, die Ende März 2019 eingeweiht wurde. Zur Eröffnungsfeier waren neben ZFD-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern und den ZFD-Partnerorganisationen auch Vertreterinnen und Vertreter deutscher Stiftungen sowie der Deutschen Botschaft gekommen. Auf dem Podium sprachen alle vier Koordinatorinnnen und Koordinatoren der ZFD-Träger in Kenia – neben der AGEH und der GIZ sind das noch PBI und der Weltfriedensdienst – über die gemeinsame Zusammenarbeit in Kenia.


Aktuelle Informationen zum Engagement des ZFD in Kenia finden Sie auf dem gemeinsamen Facebookprofil. Projekt- und damit trägerspezifische Infos finden Sie in unserer Projekdatenbank.

Vom GIZ/ZFD-Team in Kenia kommt ein gerade frisch fertiggestellter, sehenswerter Film über die Arbeit mit Binnenvertriebenen und ihren Gastgemeinden in Nakuru, Eldoret und Nairobi. Der 15-minütige Dokumentarfilm „Listen to us“ lebt vor allem davon, dass unterschiedliche Menschen zu Wort kommen. „Conflict resolution is not the starting point; Trust, listening and respect is“, ist der Tenor des Films, der eindrucksvoll in Wort und Bild umgesetzt wird.

Foto: GIZ/ZFD. Das Foto entstand während eines Workshops mit der Partnerorganisation KCOMNET.