Kein Tag wie jeder andere

8.3.2018

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Der Tag ist heute so wichtig wie einst, denn echte Geschlechtergerechtigkeit ist längst nicht erreicht. In keinem Land der Erde. Auch an Friedensprozessen werden Frauen nicht gleichberechtigt beteiligt. Dabei zeigt die Erfahrung: Wenn Frauen mitverhandeln, steigen die Chancen auf Frieden.

"Geschlechtergerechtigkeit ist nicht nur ein fundamentales Menschenrecht, sondern eine notwendige Voraussetzung für eine friedliche, florierende und nachhaltige Welt", stellten die Vereinten Nationen 2015 unmissverständlich klar, als sie die SDGs ausformulierten. Mit den SDGs, den Sustainable Development Goals wurden siebzehn Ziele für eine nachhaltige Entwicklung vereinbart. Ziel 5 sieht vor, Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen bis 2030 zu erreichen.

Bereits im Jahr 2000 hatte die UN-Resolution 1325 die aktive Mitsprache von Frauen an Friedensprozessen als internationale Norm vorgegeben. Frauen tragen meist die Hauptlast des Krieges und des Wiederaufbaus. Oft treten sie noch mitten im Krieg für Frieden und Sicherheit ein. Wo Frauen an Friedensprozessen beteiligt sind, ist die Chance für einen stabilen Frieden am größten. Doch die Realität sieht anders aus: Lediglich vier Prozent aller Teilnehmenden an Friedensverhandlungen sind Frauen.

Deshalb stärkt der ZFD die Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen, genauso wie ihre Stellung in Politik und Gesellschaft. Bereits bei der Projektplanung wird gendersensibel vorgegangen. Hier finden Sie eine Auswahl an Projekten des ZFD, in denen die Stärkung der Frauen einen besonderen Stellenwert einnimmt.

Auch unter www.facebook.com/gizzfd finden Sie den ganzen März über ausgewählte Projekte des ZFD-Trägers GIZ, die die Rolle von Frauen in Gewaltprävention, Konfliktbearbeitung und Friedensprozessen stärken.


Der Weltfrauentag: Was steckt dahinter?

Bei den ersten Internationalen Frauentagen wurde vor allem um die Einführung des Frauenwahlrechts gekämpft. Im März 1911 gingen allein in Deutschland über eine Million Frauen auf die Straße. Im November 1918 war dieses Ziel in Deutschland endlich erreicht: Frauen wurde das aktive und passive Wahlrecht zugesprochen. Doch das Wahlrecht allein bringt noch keine Gleichberechtigung. Selbst 100 Jahre später gibt es auch in Deutschland weiterhin Handlungsbedarf.

1977 forderte die Generalversammlung der Vereinten Nationen ihre Mitgliedsstaaten auf, einmal jährlich einen Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden auszurichten. In den meisten Ländern wird dieser Tag seitdem am 8. März begangen und als Internationaler Frauentag oder Weltfrauentag bezeichnet.

 

Foto: KNA / Wolfgang Radtke