Israel/Palästinensische Gebiete: Frieden ist möglich

28.8.2018

Wie können Menschen miteinander leben, die aufeinander geschossen haben? Ehemalige israelische Soldatinnen und Soldaten und palästinensische Widerstandskämpferinnen und -kämpfer der Organisation Combatants for Peace machen es vor – und immer mehr Menschen folgen. Durch persönliche Begegnungen und gemeinsames Trauern durchbrechen sie den Teufelskreis der Gewalt.

Seit sieben Jahrzehnten lässt der Nahost-Konflikt die Menschen in der Region nicht zur Ruhe kommen. Fast jede israelische und palästinensische Familie hat Angehörige in diesem Konflikt verloren. Die Situation scheint aussichtslos. Doch inmitten dieser Wirren haben sich Kämpferinnen und Kämpfer beider Seiten entschlossen, die Waffen niederzulegen und gemeinsam für Frieden zu einzutreten.

„Blut hat in Palästina dieselbe Farbe wie in Israel. Auf beiden Seiten sterben Menschen und die Trauer ist dieselbe“, sagt Sulaiman Khatib, einer der Gründer der bi-nationalen Friedensbewegung Combatants for Peace (CFP). „Um den Kreislauf der Gewalt zu stoppen, müssen wir wieder den Menschen in dem anderen sehen. Erst dann können wir gemeinsam für Frieden eintreten. Der Schlüssel ist die persönliche Begegnung.“

Die Combatants for Peace ermöglichen diese Begegnung. Sie richten beispielsweise jährlich den Israel-Palestinian-Memorial-Day aus, der der Opfer beider Seiten gedenkt. Aktionen wie diese sind für viele Menschen ein Affront, viele ändern jedoch ihre Haltung nach der persönlichen Begegnung. „Wir sind der Beweis, dass Frieden möglich ist“, sagt Khatib. „Wenn wir Combatants friedlich zusammenleben und -arbeiten können, kann das jeder andere auch.“ Die Combatants for Peace arbeiten seit 2006 daran, immer mehr Menschen zur Umkehr zu bewegen. „Ich glaube, wenn Millionen auf die Straße gehen, müssen die politisch Verantwortlichen reagieren“, sagt Uri Ben Assa, CFP-Direktor.

Der Zivile Friedensdienst unterstützt die Organisation dabei, weiterer Gewalt vorzubeugen. Der ZFD engagiert sich in Israel und den Palästinensischen Gebieten mit 27 Fachkräften von fünf Trägern. Es ist das größte ZFD-Programm weltweit.

Wie wirksam und wie schwierig die Arbeit der Combatants for Peace ist, zeigt ab heute unser Online-Dossier „Gewalt vorbeugen – das geht“.