Friedensdienste: Ein ZFD für Österreich?

In Österreich kursiert die Idee, einen Zivilen Friedensdienst ähnlich dem deutschen Vorbild einzurichten. Einen entsprechenden Vorschlag machen Pete Hämmerle vom Internationalen Versöhnungsbund aus Wien und der Friedensforscher Thomas Roithner.

„Für die kommende Legislaturperiode schlagen wir vor, eine unabhängige Machbarkeitsstudie für einen zivilen, nichtstaatlichen Friedensdienst für Österreich zu erstellen, auf die dann eine zweijährige Pilotphase folgen soll“, schreiben Hämmerle und Roithner in der Zeitschrift „International – Die Zeitschrift für internationale Politik“. Ziel sei es, am Ende der Legislaturperiode mit einer „abgestimmten und erprobten Konzeption einen staatlich finanzierten und politisch unabhängigen Zivilen Friedensdienst dauerhaft einzurichten.“

In ihrer Begründung für diesen Vorstoß führen die Friedensaktivisten nicht nur das Scheitern militärischer Interventionen in der Vergangenheit an. Sie stützen sich vielmehr auf die Erfolge ziviler Konfliktbearbeitung und Vermittlungstätigkeiten, deren Bedeutung in Friedensprozessen immer mehr zunehmen - wie Forschungsergebnisse belegten.

Die Befürworter eines österreichischen ZFD führen auch europäische Beispiele an, die friedenspolitische, zivile Aktivitäten mit entsprechendem politischen Willen, Strukturen und professionell ausgebildeten Fachkräften erfolgreich umsetzen. Dazu gehört auch der Zivile Friedensdienst hierzulande. „Inzwischen ist der ZFD als anerkanntes Instrument der Friedens- und Entwicklungspolitik fest verankert in der deutschen Außenpolitik“, sagen Hämmerle und Roithner.

Die Voraussetzungen für einen österreichischen ZFD seien in dem Land gegeben. „Das Potenzial an zivilen Experten und Expertinnen, die bereits Erfahrungen mit Friedensarbeit in verschiedenen Regionen und Themenbereichen in interkulturellen Kontexten erworben haben, ist in Österreich jedenfalls vorhanden“, so Hämmerle und Roithner, „genauso die Expertise von Trainingseinrichtungen und Organisationen, die Fachkräfte für Einsätze in Krisengebieten ausbilden.“

Auch zur Finanzierung eines österreichischen ZFD gibt es bereits Ideen wie beispielsweise eine staatliche Stiftung oder einen Fonds für Friedensforschung und Friedenspolitik.

Fehlt allein der politische Wille? An Bekenntnissen der österreichischen Bundesregierung zur zivilen Friedensförderung mangele es nicht, sagen Hämmerle und Roithner.

Es fehlt aber noch die konkrete Umsetzung der friedenspolitischen Bestrebungen. Die Gründung eines Zivilen Friedensdienstes in Österreich wäre ein Option, diese Bekenntnisse in die Tat umzusetzen.

Der Artikel von Pete Hämmerle und Thomas Roithner kann hier nachgelesen werden.

 

Foto: Internationaler Versöhnungsbund Wien