Fokus Afrika: Was zivile Friedensarbeit kann

8.11.2018

Soeben ist die neueste Ausgabe der Publikationsreihe „Building Peace / Construire la paix“ erschienen. Schwerpunkt des mittlerweile 16. Bandes: Wie kann zivile Friedensarbeit die Eskalation von Konflikten verhindern? Neben Grundlagenartikeln geben Projektbeispiele aus Kamerun, Liberia, Sierra-Leone und der DR Kongo Einblick in die Arbeit des ZFD und seiner Partner vor Ort.

In bewährter Manier liegt der Schwerpunkt des Bandes „Civilian Peace Workers and Conflict Prevention“ von auf der praktischen Arbeit. Vier der insgesamt 18 Aufsätze beschäftigen sich mit grundlegenden Konzepten, 13 stellen konkrete Projekte und Erfahrungen vor. Die Grundlagenartikel gehen insbesondere auf die Kraft der Zivilgesellschaft ein. Die Fallbeispiele vermitteln ein abwechslungsreiches Bild ziviler Friedenarbeit zur Gewaltprävention und Friedensförderung.

So berichtet Marilyn Douala Manga Bell beispielsweise von ihren Erfahrungen mit Kunst als „partizipatorischem Friedenswerkzeug“ in der Arbeit mit kamerunischen Jugendlichen. Bell ist die Präsidentin der ZFD-Partnerorganisation (PO) doual’art. Ihren Bericht illustriert sie mit anschaulichen Ergebnissen – Fotos und Zeichnungen – ihrer Arbeit. Kolleginnen und Kollegen aus Liberia erläutern ihre Erfahrungen mit „Community Workshops“, die darauf abzielen, in Gemeinden ein Forum zu etablieren, das sich proaktiv der Prävention und Transformation von Konflikten annimmt.

Alle vier Projektländer befinden sich gegenwärtig in einer äußerst sensiblen Phase. Hier sind Methoden und Akteure ziviler Konfliktbearbeitung mehr denn je gefragt. In Liberia wurde Ende 2017 ein neuer Präsident gewählt, in Sierra-Leone im März 2018 und in Kamerun im Oktober 2018. In der DR Kongo schließlich steht die Präsidentschaftswahl kurz bevor; sie ist für den 23. Dezember 2018 angesetzt. Einige Artikel nehmen daher explizit die Situation rund um die Wahlen ins Visier.

Bamike Williams, Geschäftsführer der PO Sierra Leone Adult Education Association (SLADEA) erläutert, wie er mit seinem Team dazu beigetragen hat, Gewalt im Vorfeld der Wahlen zu verhindern. Flaubert Djateng, Koordinatior des Zenü Network und ZFD-Fachkraft, richtet seinen Blick – vor dem Hintergrund des bewaffneten Konflikts, der seit 2016 in den englischsprachigen Regionen Kameruns tobt – vor allem auf die Zeit nach den Wahlen.

ZFD-Fachkraft Alexander Vojvoda steuert ein Interview mit Prof. Stephen Youngblood bei. Youngblood ist Director des Centre for Global Peace Journalism an der Park University (USA) und Herausgeber des Magazins „The Peace Journalist“. Außerdem betreibt er den Blog „Peace Journalism Insights“. Das Interview geht dem Potential von „Community-Medien“ auf die Spur. Wie können Medien den Dialog zwischen den Konfliktparteien befördern? Wie können sie als Plattform dienen? Auch hier kommt das Thema Wahlen zur Sprache. Youngblood zeigt positive Beispiele aus Kenia, Uganda und Kamerun.

Angereichert wird der Band außerdem mit einem lesenswerten Artikel des kamerunischen Politikwissenschaftlers Prof. Achille Mbembe zur europäischen Asylpolitik. Mbeme, der seit 2001 an der University of the Witwatersrand lehrt, ist einer der bekanntesten Theoretiker des Postkolonialismus. Vor kurzem wurde er mit dem renommierten Gerda Henkel-Preis ausgezeichnet.

„Civilian Peace Workers and Conflict Prevention“ ist die 16. Ausgabe der Reihe „Building Peace / Construire la paix“, die von Christiane Kayser und Flaubert Djateng editiert und von Brot für die Welt im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes herausgegeben wird. Die 153-seitige, englischsprachige Broschüre können Sie hier in unserer Publikationsdatenbank herunterladen.

Mehr über die präventive und friedensfördernde Arbeit des Zivilen Friedensdienstes in Kamerun erfahren Sie in Kürze in unserem Online-Dossier „Gewalt vorbeugen – das geht“.

 

Foto: doual’art / Linda Dreisen, Yves Makongo